Gleich vier Stücke haben am Freitagabend im Theater der Altmark Premiere gefeiert. Unter dem Titel "Männer, die trotzdem lieben" wurden vier Einakter von Anton Tschechow zu einem kurzweiligen und vergnüglichen Theatererlebnis.

Von Birgit Tyllack

Stendal. In der Regie von Rosmarie Vogtenhuber (Dramaturgie Antonia Holle) und in der Ausstattung von Christof von Büren (grandios ausreichend-einfach) waren Alexa Wilzek, André Vetters, Michel Haebler und Bernd Marquardt in insgesamt neun Rollen zu sehen. Die vier Einakter drehen sich alle um das Thema Liebe, Beziehungen oder Ehe. Und einer ist amüsanter als der andere. Es wurde herzlich gelacht im Publikum. Nicht zuletzt, weil diese kleinen Tschechowschen Stücke auch heute noch so aktuell wie eh und je sind.

In "Der Bär" treffen ein ungehobelter Verächter des weiblichen Geschlechts und eine mit dem Leben abgeschlossen habende, sehr würdevoll trauernde Witwe aufeinander. Auf den ersten Blick zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch natürlich trügt der Schein. Die Witwe ist eigentlich voller Energie und Hunger nach dem Leben, der ungehobelte "Bär" entwickelt zärtliche Gefühle. Ganz toll Wilzek und Vetters in dieser allmählichen "Wandlung" der Figuren.

In "Über die Schädlichkeit des Tabaks" brilliert Vetters als Ehemann, der arg unter seiner dominierenden, geizigen Gattin zu leiden hat. Sie nötigt ihn, diverse Vorträge zu halten. Diesmal über das Laster des Rauchens. Stattdessen redet er über sein nervöses Augenzucken, seine vielen Töchter und die Zahl 13. Dieser Njuchin ist eine traurige Gestalt. Jedoch für den Betrachter schon wieder derart skurril, dass auch hier herzlich gelacht werden konnte.

Ebenso köstlich Michel Haebler in "Tragödie wider Willen" als Familienvater, der am Rand des Wahnsinns steht, und in "Der Heiratsantrag" als hypochondrischer und sehr streitbarer Verehrer einer ebenso streitbaren Frau. Bernd Marquardt war als ein etwas vertrottelter Diener in "Der Bär" und als Schwiegervater in spe in "Der Heiratsantrag" mit gewohnt großer und sehenswerter Präsenz zu erleben.

"Männer, die trotzdem lieben" bietet gute Unterhaltung und Komik – fast – für die ganze Familie. Ohne viel Tiefgang, trotzdem nicht auf niedrigem Niveau. Das Richtige für einen entspannten Theaterabend.

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