Berlin (dpa/gw) l Das Ausstellungsjahr 2020 verspricht manches Highlight – in Deutschland und darüber hinaus.

Gent: „Die größte Jan van Eyck-Ausstellung, die es je gegeben hat“ – das ist nicht gerade ein Understatement. Und dabei geht es um gerade einmal zehn Gemälde des flämischen Meisters, die hier an einem Ort gezeigt werden sollen – was aber angesichts der Gesamtzahl von nicht mehr als 20 schon als Sensation gilt. Dazu kommen rund 100 Werke aus seinem Atelier, Kopien verlorener Werke und Arbeiten seiner Zeitgenossen aus dem Spätmittelalter. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die seit 2012 restaurierten Außentafeln des Genter Altars, des Hauptwerks von Jan van Eyck (1390-1441). Die Ausstellung „Jan van Eyck – Eine optische Revolution“ läuft vom 1. Februar bis zum 30. April im Museum voor Schone Kunsten in Gent.

Zürich: Das Kunsthaus Zürich überschreibt seine Epochenschau mit „Die wilden Zwanziger“.Stilrichtungen wie das Bauhaus, Dada, Neue Sachlichkeit und Modernismus werden in der Zusammenschau betrachtet. Der Fokus liegt außer auf Berlin auch auf Paris und Wien, dazu werden alle damals gängigen Darstellungsformen berücksichtigt: Malerei, Plastik, Zeichnung, Fotografie, Film, Collage... „Schall und Rauch – Die wilden Zwanziger“ läuft vom 24. April bis zum 19. Juli.

Bilder

Köln: Er begann als Werbegrafiker und Schaufensterdekorateur und wurde zur amerikanischen Ikone: Andy Warhol (1928-1987), der herausragende Vertreter der Pop Art, wird regelmäßig als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts aufgeführt. Nun widmet ihm das Kölner Museum Ludwig zusammen mit der Tate Modern in London eine große Retrospektive. Zu sehen sind mehr als 100 Werke, darunter seine berühmten Pop-Art-Darstellungen von Marilyn Monroe, Coca Cola-Flaschen und Campbell-Suppen-Konserven, die der amerikanischen Kultur einen Spiegel vorhalten. Die Schau „Andy Warhol. Now“ läuft vom 12. März bis zum 6. September in der Tate Modern und vom 10. Oktober bis zum 21. Februar 2021 im Museum Ludwig.

Frankfurt: Das Städel Museum verhält sich antizyklisch und bringt ein Jahr nach dem 350. Todestag eine große Rembrandt-Ausstellung. Die Frankfurter setzen jetzt auf die mittleren Jahrzehnte – unter dem Motto: „Rembrandts Aufstieg zum Ruhm“. Es waren die Jahre, in denen er der gefragteste Maler der Wirtschaftsmetropole Amsterdam war. Was dem Museum in der Bankenstadt Frankfurt dann auch gleich die Möglichkeit gibt, nebenbei eben dieses Amsterdam zu porträtieren, damals ein Labor des Kapitalismus. „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ läuft vom 9. Dezember 2020 bis zum 5. April 2021.

Wien: Sigmund Freud ist bereits todkrank, als er 1938 den jungen spanischen Maler mit dem zarten Lippenbärtchen und geölten Haar empfängt. Ein gewisser Salvador Dalí, der schon seit Jahren versucht hat, einen Termin bei dem weltberühmten Begründer der Psychoanalyse zu bekommen. Auf dessen Lehre baut der Traummaler seine ganze Kunst auf. Als er dem Idol nun gegenübersitzt, um ihn zu porträtieren, ist er hochgradig nervös – zumal sich die beiden aufgrund unterschiedlicher Sprachen kaum verständigen können. Das Belvedere in Freuds Heimatstadt Wien nimmt die legendäre Begegnung nun zum Ausgangspunkt für die Verbindung zwischen Surrealismus und Psychoanalyse. Die Ausstellung „Dalí – Freud“ mit 150 Exponaten läuft vom 23. Oktober 2020 bis zum 7. März 2021.

Halle: „Eine solche Ausstellung hat es in Mitteldeutschland noch nicht gegeben!“, schreibt das Kunstmuseum Moritzburg auf seiner Homepage. Die Sonderausstellung „Karl Lagerfeld. Fotografie“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem Directeur de l’Image Mode von Chanel, Eric Pfrunder, der gemeinsam mit dem Göttinger Verleger Gerhard Steidl Kurator der Ausstellung ist. Sie vereint etwa 300 Fotografien, die eigens für die Präsentation im Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalts ausgewählt und produziert werden. Zu sehen ab 8. März bis 23. August in Halle.