Lav Diaz: Nach Mammut-Film jetzt 16-Minüter
Oberhausen (dpa) - Der philippinische Filmregisseur Lav Diaz kann auch kurz: Eben noch auf der Berlinale für einen Acht-Stunden-Film ausgezeichnet, zeigt er im Mai bei den Kurzfilmtagen Oberhausen einen 16-Minüter als Weltpremiere.
In Shakespeare lässt Diaz Laien in der nächtlichen Szenerie einer philippinischen Stadt Passagen aus Shakespeare rezitieren, wie die Kurzfilmtage berichteten. Bei den Filmfestspielen in Berlin hatte Diaz für seinen 485 Minuten langen Film A Lullaby to the Sorrowful Mystery (übersetzt etwa: Ein Wiegenlied für das schmerzhafte Geheimnis) den Alfred-Bauer-Preis für innovative Filmkunst erhalten.
Weltweit erstmals gezeigt wird in Oberhausen auch der Film Retrospective der finnischen Künstlerin Salla Tykkä. 2001 hatte sie an der Biennale Venedig teilgenommen. Die Kurzfilmtage hatten schon 2002 und 2003 Arbeiten von ihr gezeigt. Retrospective ist eine Videoarbeit über die Schwierigkeiten des Erinnerns und die Notwendigkeit des Vergessens, hieß es.
Die Internationalen Oberhausener Kurzfilmtage (5. bis 10. Mai) zählen zu den bedeutendsten und ältesten Kurzfilmfestivals weltweit. Mehr als 5500 Filme aus 100 Ländern bewerben sich jedes Jahr um die Teilnahme an einem der fünf Wettbewerbe. Derzeit läuft die Sichtung der eingereichten Filme. Eine Jury wählt bis zu 150 aus. Das genaue Programm soll am 18. März bekannt gegeben werden.