Halberstadt l Ute Pott zeigt sich zuversichtlich. Das Programm für die Landesliteraturtage steht. „Es war eine große Herausforderung“, so die Direktorin des Halberstädter Gleimhauses. Das Literaturmuseum veranstaltet gemeinsam mit den Vereinen Klopstock in Quedlinburg und Kulturwerk deutscher Schriftsteller Sachsen-Anhalt das Lesefest.

Das Gleimhaus war bereits 2019 federführend für das Lesefestival und hatte mit vielen Partnern erstmals die Veranstaltungen nicht in einer Stadt beziehungsweise einem Landkreis veranstaltet, sondern sie territorial in die Breite getragen. Auch in diesem Jahr wird erneut in ganz Sachsen-Anhalt gelesen, vorgestellt und diskutiert: Stendal und Marienborn, Halle und Magdeburg, Halberstadt und Quedlinburg gehören zu den Leseorten.

Kommunikation über Grenzen hinweg

30 öffentliche Veranstaltungen wird es geben, passend zu 30 Jahre deutsche Einheit. Das vielbedachte Jubiläum sei aber nur der historische Hintergrund für die Titelwahl „Begegnungen“. Museumschefin Pott sagt, es gehe keineswegs nur um deutsch-deutsche Begegnungen, sondern um Kommunikation über Grenzen hinweg, um die großen Themen des Zusammenlebens, des Zueinanderkommens, auch der Trennung. Einige Veranstaltungen finden in ehemaligen Grenzregionen im Harz und entlang des Grünen Bandes statt.

Schaut man auf das ambitionierte Programm, fallen die vielen Duo-Lesungen auf. Pott sagt, man setze in diesem Jahr verstärkt auf den Dialog auf der Bühne, aber auch mit dem Publikum. So werden Peter Berg und Christian Kreis aufeinandertreffen, ein Autorenduo, das bei seinen Lesungen darauf setzt, was die Begegnung vor mehr als 25 Jahren ausmachte und immer noch kennzeichnet: Dass Freundschaft die Balance zwischen Gleichheit und Gegensätzen ist.

Jürgen Jankofsky und Paul Bartsch, beide auch als Musiker aktiv, widmen sich in ihrem musikalisch-literarischen Auftritt biografischen Prägungen der DDR-Zeit und Erfahrungen im geeinten Deutschland.

Generationen-Dialog mit Lyriker Rosenlöcher

Zum Generationen-Dialog auf der Bühne laden die beiden Ralf Meyer und Thomas Rosenlöcher ein. Meyer, 1970 in Eisleben geboren und in Halle lebend, trifft auf den 73-jährigen, vielfach ausgezeichneten Thomas Rochenlöcher. Ralf Meyer, so heißt es im Programm, bewundere den Älteren, von dem er vor rund 30 Jahren zum ersten Mal ein Gedicht in einer Zeitschrift las.

Dialogisch aufeinander treffen zudem Wolf Stein und Ernst Paul Dörfler, Juliane Blech und Danilo Pockrandt, Regine Sondermann und Ulrich Wittstock, André Schinkel und Anna Sperk, Renate Sattler und Monika Brunner-Weinzierl. Insgesamt sind es mehr als 55 Autoren, die ihre Sichten auf Begegnungen vorstellen werden.

Darunter sind auch bisherige Klopstock-Förderpreisträger des Landes Sachsen-Anhalt wie Anna Sperk und Aron Boks. Josephine von Blueten Staub ist die aktuelle Preisträgerin. Sie stellt ihr Debüt „Nachtschattengewächse“ vor, in dem Begegnungen eine besondere Rolle spielen.

Ute Pott spricht mit Blick auf die Corona-Entwicklung von besonderen Landesliteraturtagen. Viele Autoren seien glücklich, dass das Festival auch in dieser breiten Form stattfinde. Für etliche Autoren sei es der erste Auftritt seit Monaten. „Wir hoffen sehr, dass sich das Publikum aufmacht“, sagt Pott.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Das Gesamtprogramm findet man auf www.literaturtage-begegnungen.de