Viel live eingespielt

Bleachers: Rauerer Sound und der „Boss“ als Gast

Eigentlich sind Bleachers-Alben ein Vorzeigebeispiel für klangliche Ordnung: Gesang im Mittelpunkt, Gitarren im Hintergrund. Für die neue Platte hat Frontmann Antonoff Spaß an der raueren Gangart gefunden.

Von Jonas Klüter, dpa
„Take The Sadness Out Of Saturday Night“ von den Bleachers strotzt nur so vor Spielfreude.
„Take The Sadness Out Of Saturday Night“ von den Bleachers strotzt nur so vor Spielfreude. Charlotta Kohl/Sony Music/dpa

New York - Jack Antonoff ist wohl einer der tüchtigsten Menschen im Musikgeschäft: Als Produzent arbeitet er etwa für Taylor Swift, Lana Del Rey oder Lorde, und ganz nebenbei ist er auch noch Mastermind der Bleachers.

„Take The Sadness Out Of Saturday Night“ heißt nicht nur das neue Album der New Yorker Band - es ist auch eine bittersüße Zeile aus der Single „Chinatown“, einem Duett Antonoffs mit dem „Boss“ höchstpersönlich: Bruce Springsteen.

An der nötigen Starpower mangelt es also nicht. Dabei dürfte Antonoff den meisten hierzulande noch als Gitarrist der Band Fun bekannt sein. Ihr Hit „We Are Young“ wird auch knapp zehn Jahre nach Veröffentlichung recht häufig von deutschen Radios gespielt.

Viele Songs wurden live aufgenommen

Obwohl Corona eine große Rolle bei der Entstehung des Albums gespielt hat, wollte sich Antonoff ausdrücklich nicht inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen: „Die große Pandemie-Geschichte ist ja eigentlich, wie das Album klingt“, sagt der Musiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und fügt stolz hinzu: „Eine Menge des Albums haben wir nämlich live aufgenommen, und das hört man auch.“

Das Ergebnis kann sich tatsächlich durchaus hören lassen. Vorherigen Bleachers-Alben konnte man die präzise Produktion anhören. Demgegenüber strotzt „Take The Sadness...“ nur so vor Spielfreude. Das sei vor allem ein Verdienst seiner Mitmusiker gewesen, sagt Antonoff. „Sie spielen mit so viel Angst, aber auch mit so viel Freude und Spannung, so sehr, dass man fürchten könnte, sie würden jeden Moment aus der Kurve fliegen - aber das tun sie nie.“

Wer sich selbst ein Bild davon machen will, kann sich das aktuelle Musikvideo zur Single „How Dare You Want More“ anschauen. Mit lässig klingender Twang-Gitarre baut sich der Song im Refrain unter kreischendem Saxofon zu fast hymnischer Imposanz auf. Die frische Aufnahme aus dem Video hat es übrigens letztendlich auch auf das Album geschafft, wie Antonoff gegen Ende des dpa-Interviews verrät.