Magdeburg l Er hat längst sein 25. Bühnenjubiläum hinter sich, mit „KaleidoLuna“ ein neues Album rausgebracht – na und, kaum jemand bekommt das mit. Aber wenn er wie jetzt wieder auf Tour ist, rennen ihm die Menschen die Hallen ein, weil sie mit ihm seine Shows und vor allem seine Musik feiern wollen – wie vor einer gefühlten Ewigkeit auf den Tanzfluren.

Auch in der rappelvollen Getec-Arena. Und schon während des Konzertes fragt man sich, warum eigentlich Sitzplätze verkauft werden, auf denen es nach fünf Minuten keinen mehr hält. DJ Bobo ist da, er singt und spaßt mit dem Publikum – und siegt sofort. Alles steht und ist in Bewegung. Wie ein Meer mit seinen Wogen. Das Konzert ist eine riesengroße, ausgelassene Mitmach-Tanz-Party. „There Is A Party“ schallt es zum Schluss, der Dance-Pop-Titel als Tschüss nach fast zweieinhalbstündiger Verausgabung. Eine Pause zwischendrin? Fehlanzeige. Bei DJ Bobo gibt‘s keine Zeit zum Durchatmen. Weder für seine Sänger und Tänzer auf der Bühne noch für die Tausenden in der Halle.

Auch wenn man rätselt, welche Welt mit „KaleidoLuna“, so der Titel der Tournee durch 30 Städte, dem Zuschauer denn da begegnet, ist das nebensächlich. DJ Bobo steht für Showtime. Seine außergewöhnlichen Bühnen sind sein Markenzeichen. Er schafft es, immer noch eins draufzusetzen.

Bilder

Die „KaleidoLuna“-Bühne ist räumlich ausladend, bis hoch unters Hallendach reicht sie, wo sich die Tänzer in schwindelerregender Höhe schaffen. Immer wieder wechselt das Bühnenbild durch visuelle Effekte. Anfangs das futuristisch anmutende Raumschiff mit sich drehenden Zahnrädern, dann eine Welt der architektonisch-kühlen Hochhäuser und schnellen Ufos, später spielen sich Tanz, Gesang und Musik in einem projizierten und illuminierten Haus ab, das anfangs eine schöne Traumvilla ist, vom Feuer zerstört und zum verfallenen Horror-Gebäude wird, wo die Natur wuchert wie bei Rapunzel. DJ Bobo singt seinen Song „Pray“, der voller Hoffnung ist auf eine bessere Welt und auf Freiheit. Botschaften hat er so manche.

Leucht-Drohnen und Hüft-Ansagen

Die Show ist perfekt durchgestylt. Das Lied „Save you“ kommt nach dem typischen Bobo-Pop-Sound wie „Somebody Dance With Me“ und „Respect Yourself“ und den starken Drumms leise daher, bestens passend die zarten Zeichnungen mit Pusteblumen, Mond und Regenschirm. Alles wie von Kinderhand gemalt. Bis der 51-Jährige durch die Wolken fällt. Eine starke Idee sind auch die vier Leucht-Drohnen, die wie riesige Glühwürmer über der Bühne schweben. Oder das „Spiel“ mit dem zwölfjährigen Zuschauerjungen Florian, der auf die Bühne geholt wird und mit Bluetooth und Bewegungen zum Queen-Superhit „We Will Rock You“ zum Schlagzeuger für wenige Minuten wird.

Immer wieder ist diese Nähe zum Publikum da. Da ist der Musiker ganz Entertainer. Bis sich Hunderte Handylampen „entzündet“ haben und Tausende Arme von links nach rechts winken und von rechts nach links. Es wird auch gehüpft bis hoch auf die Ränge. DJ Bobo gibt im schönen schweizer Dialekt das Tempo vor. Die bestens gestimmte Menge gehorcht ihm.

Fast zum Ende wird die Bühne schräg und schräger, die Sänger sind gesichert, Wasser läuft über ihre Füße und von den Wänden. Natürlich wieder alles Projektion. Alles eine Einheit. Bühne, Musik, Fans. Die singen, tanzen und leben zweieinhalb Stunden ihre Party. Konfettiregen fällt auch noch. Nur wirkt der bei all den ausgeklügelten Effekten nicht ganz so hip.