Halle (dpa) l "Musikalische Malereien": So lautete das Motto der Händel-Festspiele 2020 in Halle. Mehr als 100 Veranstaltungen gibt es vom 29. Mai bis 14. Juni 2020 in der Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759). "Mit dem Motto wird an den Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler Oskar Hagen (1888-1957) erinnert", sagte der Direktor der Stiftung Händel-Haus, Clemens Birnbaum, am Dienstag in Halle. Hagen begründete die Festspieltradition vor 100 Jahren in Göttingen. Im Jahr 1922 gab es das erste "Hallesche Händelfest".

Hagen fiel – wie auch den Zeitgenossen – die Neigung Händels zu Klangmalereien in seiner Musik auf. "Dabei griff Händel eine musikästhetische Diskussion seiner Zeit auf, in der gefordert wurde, die Musik solle die Natur nachahmen", sagte Birnbaum. Der Festspieletat, beträgt wie im Vorjahr 1,5 Millionen Euro und wird von Bund, Land, der Stadt sowie Sponsoren getragen.

Der Händel-Preis der Stadt Halle 2020 geht an den Countertenor Valer Sabadus. Der 33-jährige gebürtige Rumäne erhält die Ehrung für seine besonderen Verdienste bei der Interpretation von Händels Barockmusik. Mit der undotierten Auszeichnung ist eine aus Gold und Emaille gefertigte Anstecknadel, die Noten aus Händels "Messiah" zeigen, verbunden.

Die Besucher können sich auf die Uraufführung des Händel-Opernfragmentes "Fernando, Ré di Castiglia" nach der Hallischen Händel-Ausgabe freuen. In der Oper Halle wird als Neuproduktion die Händel-Oper "Teseo" in einer Spielfassung von Martin G. Berger aufgeführt.

Konzerte an 22 verschiedenen Orten

Insgesamt werden Konzerte an 22 Spielorten geboten. Darunter sind fünf Opern und fünf Oratorien, wobei "La bellezza ravveduta nel trionfo del tempo e del disinganno HWV 46a" die Erstaufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe ist. Zudem gibt es die Tanztheater-Produktion "Moving Seasons" (bewegte Jahreszeiten) mit Musik aus den "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi und Arien Georg Friedrich Händels.

Der "Messiah", Händels bekanntestes Oratorium, wird gleich zweimal aufgeführt: In der Konzerthalle Ulrichskirche erklingt die Fassung von 1751. Als traditioneller Abschluss sind wieder Open-Air-Konzerte in der Galgenbergschlucht geplant. 

Als Rahmenprogramm fungiert ein Familienfestival am 13. Juni 2020 im Hof des Händel-Hauses sowie eine internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema "Händels Bilder – Ikonografie, Ästhetik, kompositorische Praxis".