Los Angeles (dpa) l Led Zeppelins legendäre Ballade "Stairway to Heaven" ist einem Urteil zufolge kein Plagiat: In einem langjährigen Urheberrechtsstreit hat ein US-Berufungsgericht zugunsten der britischen Rockband entschieden. Die Mehrheit der elf Richter in San Francisco setzte Medienberichten zufolge am Montag, den 9. März das Urteil einer Geschworenen-Jury aus dem Jahr 2016 wieder in Kraft, das die Gruppe schon damals von dem Vorwurf des Plagiats freigesprochen hatte.

In dem Prozess mussten sich Gitarrist Jimmy Page (76) und Sänger Robert Plant (71) gegen den Vorwurf wehren, die Gitarren-Anfangsakkorde des Klassikers "Stairway to Heaven" (1971) von dem Lied "Taurus" (1968) der US-Band Spirit abgekupfert zu haben. Es ging dabei auch um Tantiemen in Millionenhöhe.

Die Klage gegen Led Zeppelin hatte der Nachlassverwalter des verstorbenen Spirit-Gitarristen Randy Wolfe (1951-1997) angestrengt. Der Klägeranwalt kündigte nun laut Medienberichten an, er werde prüfen, ob er das Urteil des Berufungsgerichts anfechten könne.

Der Prozess war 2018 wegen formaler Fehler neu aufgerollt worden. Den Geschworenen hätte vor einem Urteil die Aufnahmen von "Stairway to Heaven" und "Taurus" vorgespielt werden müssen, hatte eine andere Instanz entschieden. Dies wiesen die Richter in San Francisco nun zurück.

Es gehe um die Komposition des Liedes, nicht um die Aufnahme. In dem Prozess von 2016 hatte der Richter keine Tonaufzeichnung als Beweismittel zugelassen und argumentiert, dass bis 1976 nur Noten von Stücken urheberrechtlich geschützt waren und nicht Originalaufnahmen.

In dem Verfahren hatten Jimmy Page und Robert Plant die Vorwürfe als "lächerlich" zurückgewiesen und betont, den Song allein geschrieben zu haben. Die musikalischen Elemente, die auch bei "Taurus" auftauchten, seien in der westlichen Musik seit Jahrhunderten übliche Bausteine. Gegen Led Zeppelin hatte es schon früher Plagiatsvorwürfe gegeben, unter anderem beim Hit "Whole Lotta Love". Es kam jeweils zu außergerichtlichen Einigungen.