München (dpa) l Der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge hat den diesjährigen Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern erhalten. Kluge habe „mit seinem vielschichtigen Werk Geschichte und Gegenwart mit eigensinniger Neugier befragt“ und „über Jahrzehnte hinweg größten Einfluss auf das kulturelle Leben Deutschlands gehabt“, erklärte der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert.

In der Begründung der Jury heißt es, Kluge habe mit der „geschichtsphilosophischen Episode“ seine eigene literarische Form erfunden. Sein Stil sei originell, so knapp wie elegant, mit einer ihm eigenen virtuosen Technik des Assoziierens und Collagierens, doch ohne dem Leser eine Meinung aufzuzwingen. „Seine Texte geben zu denken und fordern auf zur geistigen Selbständigkeit“, würdigte die Jury den „großen Autor und Aufklärer“.

Der Filmemacher, Schriftsteller und Medienpolitiker Kluge wurde 1932 in Halberstadt geboren. Das medienübergreifende Lebenswerk des Mitglieds der Gruppe 47 aus literarischen und analytischen Büchern, aus Filmen und Fernseh-Reihen ist vielfach preisgekrönt. Der Literaturpreis des Freistaats Bayern wird alle zwei Jahre vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählt auch Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990).