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Sodann eröffnet Bibliothek in Staucha

14.05.2012, 03:34

Staucha (dpa) l "Wirkliches Nachdenken ist zur Rarität geworden", zitiert sich Peter Sodann selbst. Der Satz stammt aus einer Rede, die der Schauspieler ("Tatort") vor 20 Jahren als Theaterintendant in Halle gehalten hatte. Tatort ist diesmal ein altes Rittergut im sächsischen Staucha, wo Sodann am Wochenende die Eröffnung seiner Bibliothek feierte. Damit endete eine Odyssee.

Der 75-jährige Sachse hat seit dem Mauerfall Tausende Bücher gesammelt, die als "DDR-Bücher" ansonsten auf dem Müll gelandet oder in Kellern verstaubt wären.

Der Name Bibliothek ist irreführend, auch das Wort von DDR-Büchern ist nicht korrekt. Sodann sammelt alles, was zwischen 1945 und 1989 im Osten erschien. Marx und May, Tolstoi und Brecht, Seghers und Grass. Er habe es nicht ausgehalten, dass Bücher vernichtet werden sollten, nur weil sie im Osten verlegt wurden. Die Zahl der Bücher in Staucha kann nur geschätzt werden: Eine Viertelmillion ist immerhin katalogisiert. Mehr als 500 000 sollen es insgesamt schon sein. Noch ist vieles in Staucha improvisiert. "Ich hab gar keine Zeit gehabt, mich richtig darum zu kümmern", sagt Sodann.