Im Anhaltischen Theater Dessau hatte "Die Weihnachtsgans Auguste" Premiere Tierisches Treiben im Hause Löwenhaupt
Dessau-Roßlau l Im Traum erscheint Kammersänger Luitpold Löwenhaupt (Gerald Fiedler) ein lecker duftender und übergroßer Weihnachtsgänsebraten mit Rotkohl und Klößen. So beginnt die neue Märcheninszenierung des Anhaltischen Theaters Dessau in der Regie von Andreas Rehschuh: "Die Weihnachtsgans Auguste" nach einem Märchen von Friedrich Wolf.
Damit der kulinarische Traum in Erfüllung geht, hat Vater Löwenhaupt schon im November eine Gans vom Lande gekauft. Eine sehr große und wunderschöne, aber noch lebendige. Die watschelt, ewig schnattert und die -wie sich später herausstellt - sogar sprechen und singen kann.
Und eben deshalb entwickelt sich ein ganz schwieriges Problem im Drei-Generationen-Haushalt Löwenhaupt. Mutter Clara (Nina Machalz), Tochter Carmen (Katja Sieder), Sohn Tamino (Patrick Rupar), auch Opa Theo (Hans-Jürgen Müller-Hohensee) gehen auf Konfrontation zum Maestro. Sie sind gegen das Töten und Essen der Weihnachtsgans. Susanne Hessel spielt Auguste in einem wunderschönen Federkostüm, später auch einem Gänsehautkostüm, mit sehr viel "tierischem" Einfühlungsvermögen (Kostüme Grit Walther).
Die Theatergäste erleben im Hause Löwenhaupt ein abwechslungsreiches Familienleben (Bühne Eva-Maria Declercq). Die reizvollen Dialoge drehen sich letztendlich um die Frage, ob denn eine Gans, die durch Tamino den Namen Auguste erhält, ein Haustier ist und besondere Liebe erfahren und das Leben behalten kann. Ideenreich inszenierte turbulente, von dramatischer Musik begleitete Szenen, bis dass die Federn wahrhaftig fliegen, halten die Handlung auf hohem Spannungspotenzial.
Schließlich fällt Auguste nach einem Schlaftablettenanschlag durch Luitpold Löwenhaupt (scheinbar) tot um. Und bekommt, weil schon gerupft, eine schöne grüne Jacke, dazu eine Kappe und einen Muff. Es gibt keinen Gänsebraten zu Weihnachten. Ende gut, alles gut. "Das Premierenpublikum im ausverkauften Theater spendete einen Riesenbeifall, der sich durch häufigen spontanen Szenenapplaus ankündigte. In diesem Jahr gibt es noch 21 Aufführungen.
Nächste Vorstellungen am 5 ., 6. und 7. Dezember