Rund um das neuseeländische Städtchen Matamata wurden Szenen aus "Der Hobbit" gedreht Tolkien-Fans aus aller Welt pilgern nach Hobbingen
Wellington (dpa) l Touristen drängeln sich durch Matamata und posieren für Erinnerungsfotos vor den sattgrünen Hügeln nahe der Stadt. In den Hügeln sieht man Dutzende Höhlen mit farbenfrohen, kreisrunden Fenstern und Türen. Denn Matamata ist "Hobbingen", die Heimat der kleinen Helden der Romane von J.R.R. Tolkien. Und nach dem Filmstart von "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" (Weltpremiere am 28. November in Wellington/Neuseeland) erwartet Matamata noch mehr Fans aus aller Welt: "Willkommen in Hobbiton!" wirbt Matamata, das mittlerweile besser unter dem englischen Namen für das Hobbit-Dorf bekannt ist.
Noch vor fünfzehn Jahren kannte kaum jemand das verschlafene Städtchen auf der Nordinsel Neuseelands. Zwischen der Provinzhauptstadt Hamilton und dem Touristenort Rotorua gelegen, hielten Reisende in Matamata nur für eine notwendige Klopause und vielleicht ein schnelles Sandwich. Doch dann kam Regisseur Peter Jackson und suchte nach Drehorten für seine "Herr der Ringe"-Trilogie. Fündig wurde er unter anderem auf einer Farm nahe Matamata. Wo sonst Schafe grasen, schuf er das Auenland. Dort leben und feiern die haarigen kleinen Hobbits in Tolkiens Romanen.
Heute zählt Matamata zu Neuseelands beliebtesten Tourismuszielen. Etwa 1,9 Millionen Menschen haben "Hobbingen" in den vergangenen zehn Jahren besucht. Allein im Jahr 2004, als der dritte Teil von "Herr der Ringe" in die Kinos kam, waren es 260000, sagt Tourismuschefin Sue Whiting. Dafür gibt es einen gewichtigen Grund: Das Hobbit-Dorf ist die einzige von mehr als hundert Kulissen, die nach Ende der "Herr der Ringe"-Dreharbeiten nicht vollständig abgebaut wurde. Die Produzenten sorgten sich um ihr geistiges Eigentum. Fans und findige Reiseunternehmen ließen sich davon natürlich nicht abhalten.
Für die Dreharbeiten zu den drei "Hobbit"-Filmen wurden die Sets in Matamata wieder vollständig aufgebaut. 44 Hobbit-Höhlen, das "Gasthaus zum grünen Drachen" und auch der Party-Baum bleiben den Fans wohl noch länger erhalten.