TV-Tipp

„Mich hat keiner gefragt“ - Komödie im ZDF 

Eine junge Frau möchte gerne heiraten, wovon ihre Mutter gar nicht begeistert ist. Was allerdings nicht mit dem Bräutigam, sondern mit ihr selbst zu tun hat.

Von Klaus Braeuer, dpa
Die besten Freundinnen Daisy (Elena Uhlig, l) und Anna (Meike Droste), dazwischen Daisys Freund Leo (Jan Messutat).
Die besten Freundinnen Daisy (Elena Uhlig, l) und Anna (Meike Droste), dazwischen Daisys Freund Leo (Jan Messutat). Walter Wehner/ZDF/dpa

Berlin - „Dich hat ja nie einer gefragt“ - das muss sich Anna (Meike Droste) von ihrer Tochter Clara (Vita Tepel) anhören, die zum Entsetzen ihrer Mutter zu heiraten gedenkt.

Anna hat nämlich sämtliche ihrer Verflossenen in die Wüste geschickt, weil sie partout nicht heiraten wollte. Natürlich muss für Claras Hochzeit alles bis ins Kleinste vorbereitet sein - dummerweise will sie ihr Vater nicht vor den Traualtar führen, da er angeblich unabkömmlich ist.

Das bringt die Mama auf die grandiose Idee, bei ihren diversen Ex-Lovern nachzufragen, ob sie diesen Job übernehmen würden. Aber ach - keiner beißt an. Genug Stoff für die ZDF-Komödie „Mich hat keiner gefragt“ an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr.

Anbeißen hingegen könnte endlich mal der Lebensgefährte von Annas bester Freundin Daisy (Elena Uhlig), aber der will auch nicht. Doch plötzlich kann sich Anna kaum vor lauter Zuwendung retten, denn der vermögende Albert (Oliver Stokowski) macht ihr vehement den Hof.

Dabei ist Anna glücklich mit ihrem Leben, auch mit ihrem Job als „Upcyclerin“ ist sie zufrieden - sie sammelt den Schrott alter Autos und fertigt daraus fantasievoll gestaltete Möbel. Vollends durcheinander gerät sie, als plötzlich Robert (Stephan Luca) auftaucht. Er ist der einzige Mann, der sie einst hat sitzen lassen. Und ihn hätte sie vermutlich doch geheiratet.

So richtig sitzen die Dialoge in dieser Komödie von Regisseur Nico Sommer (38, „Verliebt auf Island“) leider nicht. Die allzu bemühte Geschichte ist ziemlich klischeebeladen und ohne den richtigen Biss geraten - als Satire hätte sie wohl besser funktioniert. Zudem ist es schon etwas ermüdend, einen ganzen Film nur über das Thema Heiraten zu erzählen - nach dem Motto „Er will mich schon, aber sie will nicht“ - oder eben umgekehrt. Auch deshalb nicht, weil dabei bedauerlicherweise überhaupt keinerlei neue Erkenntnisse zu gewinnen sind - bis auf den Schluss, an dem dann doch mit so mancher Gewohnheit und mit Geschlechterrollen gebrochen wird.

Recht unterhaltsam ist der Film um drei ziemlich selbstbewusste Frauen erstaunlicherweise trotzdem - was aber ausschließlich an der großartigen Spielfreude liegt, die alle Darsteller, vor allem die Schauspielerinnen an den Tag legen. Hervorzuheben sind hier also Meike Droste (41, „Das Leben ist kein Kindergarten“), die in ihrer Rolle ganz langsam, später aber wirklich auftaut. Dann Elena Uhlig (46, „Klassentreffen“), die hier erneut ihren schönen Sinn für Komik frei entfalten darf - und schließlich Vita Tepel (25, „Heldt“), die ihrer Filmmutter eine Standpauke über Verantwortung und für einander einstehen hält, die sich gewaschen hat.