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Überreste von antiker Festung in Jerusalem gefunden

03.11.2015, 14:52

Jerusalem (dpa) - Archäologen haben in Jerusalem möglicherwesie die Überreste einer antiken Festung gefunden, mit der die Griechen vor mehr als 2000 Jahren den Tempelberg kontrollierten.

Es handele sich nach Einschätzung der Experten um die legendäre Akra, die während der Herrschaft des Königs Antiochus Epiphanes (215 bis 164 vor Christus) errichtet wurde, teilte die israelische Altertumsbehörde am Dienstag mit.

Antiochus Epiphanes stammte aus der Dynastie der Seleukiden und herrschte damals auch in Palästina. Das Seleukidenreich gehörte zu den Diadochenstaaten, die sich nach dem Tod Alexanders des Großen gebildet hatten. Während des sogenannten Makkabäeraufstands rebellierten die örtlichen Juden gegen die seleukidische Herrschaft.

Bei Ausgrabungen auf einem Parkplatz am Fuße des Tempelbergs stießen Archäologen nun auf eine Wand der Festung, die Grundfläche eines großen Turms und ein Glacis - eine Erdaufschüttung vor einem Festungsbau, mit der Feinde ferngehalten werden sollen. Außerdem seien Münzen sowie Pfeilspitzen und Schleudersteine gefunden worden. Diese zeugten von Versuchen der jüdischen Makkabäer, die hellenistische Festung zu erobern.

Die genaue Lage der Akra, die in den Makkabäerbüchern und in Aufzeichnungen des jüdischen Historikers Flavius Josephus erwähnt werde, sei eines der großen archäologischen Rätsel gewesen. Ihre Eroberung und Zerstörung gelang den Makkabäern erst im Jahre 141 vor Christus nach einer langen Belagerung. Die Altertumsbehörde stufte den Fund der Überreste als sensationelle Entdeckung ein.

Altertumsbehörde