Villa Grisebach versteigert 1500 Werke
Berlin (dpa) l Werke von Max Beckmann, Emil Nolde, August Macke und Ernst Ludwig Kirchner werden bei einer großen Jubiläumsauktion der Villa Grisebach in Berlin versteigert. Zum 25. Geburtstag des Auktionshauses kommen von heute an fast 1500 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Fotos unter den Hammer. Mit einem Gesamtschätzwert von 22,6 Millionen Euro feiert die Villa damit nach eigenen Angaben einen Rekord seit ihrer Gründung 1986.
Ungeachtet der EU-Schuldenkrise geht Grisebach zuversichtlich in den Verkauf. "Die Stimmung ist sehr gut, es gibt ein großes Interesse", sagte Geschäftsführerin Micaela Kapitzky. Bei den Vorbesichtigungen sei die Villa zu einem "Museum auf Zeit" geworden.
Erstmals bietet das Auktionshaus, das sich als Marktführer der klassischen Moderne in Deutschland versteht, eine eigene Auktion für Kunst des 19. Jahrhunderts. Sie wird vom neuen Miteigentümer Florian Illies verantwortet. Der erst 40 Jahre alte Bestseller-Autor ("Generation Golf") und frühere Feuilleton-Chef der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte im Sommer mit seinem Wechsel zum Kunsthandel für Aufsehen gesorgt.
Besonderes Schmuckstück in der von ihm verantworteten Sparte ist Adolph von Menzels Gemälde "Zwei Friderizianische Offiziere im Gespräch", das auf 140000 bis 160000 Euro veranschlagt ist. Star der Abendauktion am Donnerstag ist Emil Noldes Ölgemälde "Sonnenblumen im Abendlicht" (1943) - auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro taxiert. Auch August Mackes "Landschaft mit Bauer, Junge und Ziege" (bis 1 Million Euro) gilt als Hochkaräter im expressionistischen Angebot.