Thalia Theater Halle Widerstand gegen Schließung nimmt zu
Von Norbert Claus
Halle (dapd). Das von der Schließung bedrohte Thalia Theater in Halle bekommt Unterstützung. Der Senat der Kunsthochschule Halle sprach sich für den Erhalt des einzigen Kinder- und Jugendtheaters in Sachsen-Anhalt aus, die Galerie "dieschönestadt" rief dazu auf, eine entsprechende Petition zu unterzeichnen.
Der Aufsichtsrat der Kultur GmbH hatte vor gut einer Woche – aus Kostengründen, wie es hieß – die Schließung der Spielstätte und die Auflösung des Ensembles beschlossen. Die Theaterarbeit für Kinder und Jugendliche soll durch Angebote aller Sparten der GmbH, zu der die Oper, das neue Theater, das Puppentheater und die Staatskapelle gehören, übernommen werden.
Das Haus sei nicht nur ein Kinder- und Jugendtheater mit großer Außenwirkung über die Grenzen der Stadt hinaus, sondern auch ein Ort der interdisziplinären Zusammenarbeit, heißt es in einem Brief des Rektors der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Axel Müller-Schöll, an die Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD), die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle und an die Stadtratsfraktionen.
Im Thalia Theater agierten junge Leute für junge Leute, dort würden Karrieren vorbereitet und auf den Weg gebracht. Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein habe in den vergangenen Jahren auf den Fachgebieten Mode, Kommunikations- design, Innenarchitektur, Spiel- und Lerndesign, Kunstpädagogik und Metallplastik erfolgreich mit dem Thalia Theater kooperiert und bei diesen Projekten beste Erfahrungen gemacht, hieß es. Der Rektor bezeichnete das Theater als "ein kulturelles Schwergewicht" in der Stadt. Seine Schließung wäre ein harter Schlag für das kulturelle Leben der Stadt Halle.
Die Galerie "dieschönestadt" aus Halle lobte die Arbeit des Theaters, das es mit zahlreichen Theaterprojekten geschafft habe, lokal und überregional aktuelle Themen zu debattieren.
"Nur eine unerträglich bornierte Stadtverwaltung kann imstande sein zu glauben, dass diese Arbeit ersetzt werden könnte, indem künftig zwei Weihnachtsmärchen zusätzlich im Stadttheater aufgeführt werden", hieß es.