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Gesellschaft der Freunde von Bayreuth zur Kritik des Bundesrechnungshofes "Wir sind der größte Finanzierer der Festspiele"

29.06.2011, 04:33

Bayreuth (dpa). Die Mäzene der Richard-Wagner-Festspiele sind verunsichert: Viele Mitglieder fürchten nach der Kritik des Bundesrechnungshofes an der Kartenvergabe, dass die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth künftig weniger Tickets für den "Grünen Hügel" bekommt. Ihr Vorsitzender Georg von Waldenfels will das verhindern. "Es gibt keinen Grund für eine Kürzung", sagte von Waldenfels.

Der Bundesrechnungshof hatte bemängelt, dass nur 40 Prozent der knapp 58000 Festspielkarten in den freien Verkauf gingen und darüber hinaus zu viele Freikarten an Prominente aus Politik und Wirtschaft vergeben würden. Waldenfels bestätigte, dass die Gesellschaft der Freunde knapp 14000 Karten pro Spielzeit erhält. "Das sind aber keine Freikarten, unsere Mitglieder zahlen dafür den vollen Preis", sagte Waldenfels. Der frühere bayerische Finanzminister verwies darauf, dass die Mäzene seit 1951 für die Festspiele mehr als 60 Millionen Euro gespendet hätten. "Die Spender gehen davon aus, dass sie im Gegenzug auch Festspielkarten bekommen."

Eine Kürzung des Kartenkontingents würde die Spendenbereitschaft nach Ansicht des Freunde-Chefs senken. Ohne das Engagement der Mitglieder wäre aber die öffentliche Hand stärker gefordert. "2,3 Millionen Euro Zuschuss pro Jahr von Bund und Land sind im Vergleich zur Förderung der Staatstheater nicht gerade großzügig", sagte Waldenfels. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth überweise jährlich rund drei Millionen Euro an die Festspielleitung. "Wir sind damit der größte Finanzier des Festspiele."