Dresden (dpa) - Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben einen ihrer Kunstschätze zurück, der in den Kriegswirren verschollen gegangen war. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gab eine Brettspielkassette aus dem 16. Jahrhundert zurück.

Sie gehörte zu den Kunstgütern des Historischen Museums, die 1945 in die Sowjetunion gebracht und bei der Rückgabe an die DDR 1958 irrtümlich ins Berliner Kunstgewerbemuseum gelangt waren.

Der Kriegsverlust sei schmerzlich vermisst worden, sagte Generaldirektor Hartwig Fischer am Samstag bei der Übergabe im Residenzschloss. Ich freue mich, dass nun wieder einmal ein Objekt, dessen Herkunft sich aufgeklärt hat, zu seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückkehrt, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger.

Die um 1550/1560 in Nürnberg gefertigte Kassette ist bis auf die Würfel vollständig. Sie enthält ein aufklappbares Spielbrett für Tric-Trac, die französische Backgammon-Variante, sowie ein Damespiel auf der Außenseite mit 30 Steinen. Das Kunstwerk stammt aus dem Nachlass der Kurfürstin Sophia von Sachsen und war seit Auslagerung der Bestände des Historischen Museums verschwunden.

Der Verlust war erst 2010 im Zuge der elektronischen Erfassung der Bestände bemerkt worden. 2008 waren ein Spielbrett aus Elfenbein und Bernstein und vier Eistöpfe aus Meissner Porzellan aus Berlin zurückgegeben worden. 2004 hatte die Stiftung eine in den Kriegswirren verschollene Amati-Viola nach Sachsen zurückgebracht.