Bern (dpa) - Die auf der Schweizer Seite des Bodensees entdeckten rätselhaften Steinhügel sind von Menschen aufgeschüttet worden. Zu diesem Ergebnis seien Experten gekommen, berichtete der Kanton Thurgau am Mittwoch.

Ihre Erkenntnis beruhe auf neuen Messungen, die mit dem Forschungsschiff "Kormoran" der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg vorgenommen worden seien.

Bei der Tiefenvermessung des Bodensees waren vor drei Jahren zwischen Romanshorn und Bottighofen mehr als 100 Steinhügel entdeckt worden. Sie haben jeweils einen Durchmesser von 15 bis 30 Metern und befinden sich in regelmäßigen Abständen in einer Reihe in Ufernähe. Sie liegen etwa drei bis fünf Meter unter der Wasseroberfläche.

Unklar war zunächst gewesen, ob es sich um natürliche Ablagerungen des Bodenseegletschers vor 18.000 Jahren handele, wie der Kanton berichtete. Die neuen Messungen mit hochfrequenten elektromagnetischen Impulsen hätten aber ergeben, dass die Steine über den Ablagerungen liegen.

Daraus schließen die Forscher, dass sie von Menschenhand aufgeschüttet wurden, vermutlich in prähistorischer Zeit. Wozu die Strukturen dienten, sei noch nicht erforscht. Das Amt für Archäologie erhofft sich mehr Aufschluss von einer Unterwassergrabung im kommenden Winter.