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Gebrauchtwagen-Check Mittelmaß unter Strom: VW ID.4 und ID.5 beim Tüv

Allrad, viel Platz, hohe Zufriedenheit laut ADAC – aber eine Schwäche trübt die Bilanz der VW-Stromer. Was steckt hinter den häufigen Beanstandungen bei der Hauptuntersuchung?

Von Stefan Weißenborn, dpa 30.01.2026, 00:05
Schräge Sache: Der ID.5 (im Bild) unterscheidet sich im Design vor allem in der Heckgestaltung vom ID.4.
Schräge Sache: Der ID.5 (im Bild) unterscheidet sich im Design vor allem in der Heckgestaltung vom ID.4. Ingo Barenschee/Volkswagen AG/dpa-tmn

Berlin - ID.4 und ID.5 sind Geschwisterautos: Beide schnittig, das eine aber mit schrägerem Heck. Zugerechnet werden sie der Mittelklasse. Ein passendes Stichwort: Denn auch hinsichtlich ihrer Tüv-Bilanz sind die Modelle Typen der Mitte: Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) lieferten sie meist Durchschnittswerte ab, so der „Auto Bild TÜV-Report 2026“.

Und wen wundert's? Im E-Auto-Ranking des Reports landet das Duo auf Platz 9 von 18. Ein Manko ist dabei typisch für Stromer.

  • Modellhistorie: Der ID.4 wurde im Spätsommer 2020 vorgestellt und kam im nachfolgenden Frühjahr auf den Markt, 2022 dann auch der ID.5. Eine erste größere Modellpflege ist für 2026 angekündigt. Bis dato unter anderem einige Software-Updates und technische Maßnahmen, die etwa mehr Leistung oder eine höhere Ladeleistung brachten.
  • Karosserie und Varianten: In den Dimensionen entspricht der ID.4 in etwa dem Kompakt-SUV Tiguan, doch das Design ist schnittiger - was für das Schräghek-SUV ID.5 umso mehr zutrifft, welches ansonsten technisch mit dem ID.4 fast identisch ist. Die Flaggschiffe heißen ID.4 GTX 4Motion und ID.5 GTX 4Motion, sie verfügen wie die einfache 4Motion-Variante über einen Allradantrieb.
  • Abmessungen (laut ADAC): ID.4: 4,58 m x 1,85 m x 1,63 m bis 1,64 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 543 l bis 1.575 l.
  • Stärken: Laut „Auto Bild TÜV-Report 2026“ sind die Beleuchtungskomponenten „sehr gut“, alle Beanstandungsquoten sind auf niedrigem Niveau. Gleiches gilt für die Bremsleitungen, -schläuche und Scheiben. Ölverlust am Getriebe, auch bei E-Autos möglich, wird bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) bislang nicht festgestellt.
  • Schwächen: Vor allem das Abschneiden der Fußbremse zieht die HU-Bilanz in den Keller. Fünfmal häufiger als im Durchschnitt wird ihre Funktion bemängelt - ein grundsätzlich typisches Phänomen bei Antrieben mit Rekuperation. Zwar niedrige, aber in dem Bereich dennoch erhöhte Quoten zeigen die Achsaufhängungen der Geschwister.
  • Pannenverhalten: ID.4 und ID.5 sorgen mit Blick auf die ADAC-Pannenstatistik, die Fahrzeuge im Alter von zwei bis neun Jahren erfasst, ab dem Erstzulassungsjahr 2022, für eine „hohe bis sehr hohe Zufriedenheit“. Daten für 2020er-Modelle liegen dem Club nicht vor. Pannenschwerpunkte bzw. auffällige Bauteile gibt es demnach nicht zu vermelden.
  • Motoren: Wie bei vielen E-Autos Standard, sorgt standardmäßig eine Permanentmagnet-Synchronmaschine (PSM) an der Hinterachse für Vortrieb, und ein zusätzlicher Motor vorn beschert den Modellen den Allradantrieb. Der ID.4 gibt in der anfänglich vermarkteten Basisversion 109 kW/148 PS ab, das Topmodell bringt es auf je 250 KW/340 PS. Der schwächste ID.5 gibt 125 kW/170 PS ab.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:

  • ID.4 Pure (6/2021); 109 kW/148 PS (52 kWh; Heckantrieb); 67.000 Kilometer; 17.714 Euro.
  • ID.4 GTX 4Motion (6/2023); 250 kW/340 PS (77 kWh; Allrad); 40.000 Kilometer; 31.735 Euro.
  • ID.5 Pro (6/2022); 128 kW/174 PS (77 kWh; Heckantrieb); 54.000 Kilometer; 24.428 Euro.