Berlin (dpa) - Weihnachten ist das Fest des Schlemmens: In Deutschland gibt es viele verschiedene Ess-Traditionen. Überraschend kam jetzt aber in einer YouGov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur heraus, dass an den Feiertagen vor den Klassikern Ente, Gans, Wild und Würstchen etwas anderes liegt: der Rinderbraten.

Auf die Frage an Nichtvegetarier, welche Sorten Fleisch oder Fisch sie im Normalfall zum Fest essen und bei der Möglichkeit von Mehrfachnennungen antworteten 36 Prozent mit "Rinderbraten oder Steaks", dahinter erst folgten Ente (31 Prozent), Gans (29 Prozent), Schweinefleisch/etwa Schnitzel (28 Prozent) und Fisch (26 Prozent). Es folgen Wurst und Bouletten (22 Prozent) sowie Wild (21 Prozent).

Insgesamt sagte mehr als die Hälfte (54 Prozent), sie äßen ungefähr genau so viel Fleisch zum Fest wie sonst im Jahr. "Etwas mehr" essen demnach 24 Prozent, "deutlich mehr" 7 Prozent. Der Rest sagte, weniger oder gar keines zu essen oder machte dazu keine Angabe.

Auffällig: Bei den Jüngeren (18 bis 34 Jahre) sagen überdurchschnittlich viele (11 Prozent), deutlich mehr Fleisch an den Feiertagen zu essen. Bei den Frauen (6 Prozent) sagen doppelt so viele wie bei den Männern (3 Prozent), dass sie generell kein Fleisch essen und an den Weihnachtsfeiertagen auch keine Ausnahme davon machen. In der Gruppe der jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) verzichten der Umfrage zufolge 9 Prozent generell auf Fleisch, bei den Menschen über 55 Jahren sind es nur 3 Prozent.

Laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) ist in der Gastronomie im Weihnachtsgeschäft nach wie vor die Gans am beliebtesten. Mit Abstand folgen Wildgerichte, Ente, Rind, Schwein und Fisch. Die Nachfrage nach vegetarischen oder veganen Speisen steige - auch bei Weihnachtsfeiern.

Eine einheitliche Weihnachtsspeise gibt es in Deutschland nicht und gab es auch nie, wie Kulturwissenschaftler sagen. Das rührt von der Geschichte des deutschsprachigen Raums als Flickenteppich an Kleinstaaten mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen her. Von Familie zu Familie und von Region zu Region gibt es daher nach wie vor unterschiedliche Traditionen.