Von Ostsee bis Balaton Sommerferien in der DDR: Diese Urlaubsorte prägten eine ganze Generation
Trotz begrenzter Reisefreiheit fanden DDR‑Bürger Wege, ihren Sommer zu genießen. Die Ostsee, die Sächsische Schweiz und internationale Ziele wie der Balaton gehörten zu den Favoriten.

Magdeburg/Halle (Saale). – Richtig viele Optionen hatten die Bürger in der DDR nicht, wenn es um den Sommerurlaub ging. Die Reisefreiheit war im Osten stark eingeschränkt. Trotzdem erinnern sich viele immer wieder gerne an Urlaube, beispielsweise in den FDGB-Ferienheimen, zurück.
Das sind die Orte, an die DDR-Bürger am liebsten verreisten.
Urlaub am großen Meer: Ostsee beliebter Ferienort in der DDR
Die Ostsee war in der DDR oft das erste und darüber hinaus kostengünstige Reiseziel. Vor allem Rügen, Usedom und die Insel Hiddensee waren sehr beliebt. Die kilometerlangen Sandstrände sind bis heute ein Anziehungspunkt für die Deutschen.
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Viele Kinder waren auf Rügen, unter anderem im Ort Prora, im Ferienlager. Überall auf der Insel gab es FDGB-Ferien- und Zeltplätze, die im Sommer regelmäßig voll belegt waren.
Auch die polnische Ostsee erfreute sich großer Beliebtheit. Ein dort Pluspunkt war, dass man an den Kiosken manchmal problemlos West-Zeitschriften kaufen konnte. Außerdem erreichte man mit dem Zug schnell Städte wie Warschau oder Krakau.

DDR-Urlaub in der Sächsischen Schweiz
In Sachsen gab es etliche Pensionen des FDGB oder Betriebsferienheime. Am beliebtesten war die Sächsische Schweiz. Viele DDR-Bürger waren und sind bis heute gerne auf den Wanderwegen unterwegs.
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Die einzigartigen Felslandschaften und die Festung Königstein waren das Highlight des Urlaubs in Sachsen.

Urlaub im Harz: Brocken war zu DDR-Zeiten Sperrgebiet
Wanderurlauber waren auch im Harz gerne gesehene Gäste. Zwischen Fachwerkhäusern und Gebirgen fand jeder Urlauber in der DDR sein eigenes persönliches Highlight.
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Neben tollen Freibädern wie in Stolberg, Hexen und Burgruinen sowie leckerem Eis in Wernigerode war eine Fahrt mit den Harzer Schmalspurbahnen ein unvergessliches Erlebnis.
Nicht ganz so idyllisch kam hingegen der Brocken daher. Der war für DDR-Bürger auch im Urlaub durch seine Nähe zum Westen Deutschlands unerreichbar. Der Berg galt als militärisches Sperrgebiet. Erst im Dezember 1989 wurde der Brocken für alle freigegeben.

DDR-Urlaubsziel in Brandenburg: Spreewald im Osten beliebt
Südlich von Berlin, in der brandenburgischen Lausitz, befindet sich die einzigartige Kulturlandschaft des Spreewalds. Bereits zu Zeiten der DDR galt ein Abstecher oder Urlaub im wasserreichen Städtchen Lübbenau als besonderes Erlebnis. Für Viele bedeutete die Reise dorthin vor allem Ruhe und Entspannung - und Kanutouren.

"Mallorca der DDR": DDR-Urlauber liebten den Balaton
Der Urlaub außerhalb der DDR war meistens mit einem enormen Aufwand verbunden. Trotzdem erinnern sich viele Gäste immer gerne an die Tage im Ausland, unter anderem in Ungarn.
Der Balaton oder Plattensee, wie er auf Deutsch heißt, erstreckt sich mit seinem 197 Kilometer langen Ufer im Westen Ungarns. Siofok, Balantonlelle und Balatonfüred galten als die beliebtesten Badeorte für die ganze Familie. Viele machten auch einen kurzen Abstecher in die ungarische Hauptstadt Budapest.
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Etliche Hotels und Apartments waren im Sommer ausgebucht. Der Balaton wird aufgrund seiner Beliebtheit auch als "Mallorca der DDR" bezeichnet.

Schwarzes Meer: Bulgarischer Goldstrand beliebt in der DDR
Neben Ungarn galt auch Bulgarien als ein beliebtes Reiseziel zu DDR-Zeiten. Gerade in den 1970er und 1980er Jahren strömten die Bürger regelrecht an den Goldstrand. Wer kann es ihnen verübeln, denn das Schwarze Meer lockt bis heute zahlreiche Deutsche an die wunderschönen Sandstrände.

Das Fernweh, das Interesse an fremden Kulturen und kulinarische Abwechslung konnten in Bulgarien gut gestillt werden. Dafür nahmen viele DDR-Bürger eine beschwerliche Zug- oder Autofahrt und lange Passkontrollen in Kauf.