Immunsystem

Psyche: Furchtlosigkeit schützt nicht vor Viren

Stress wirkt sich auf unsere Körperabwehr aus. Doch heißt das im Umkehrschluss, dass man vor Krankheitserregern geschützt ist, wenn man keine Angst vor ihnen hat? Eine Expertin kennt die Antwort.

Von dpa
Schutzmasken reduzieren nachweislich das Ansteckungsrisiko - Furchtlosigkeit nicht.
Schutzmasken reduzieren nachweislich das Ansteckungsrisiko - Furchtlosigkeit nicht. Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

Dortmund - Es ist sicherlich manchmal von Vorteil, keine Ängste vor bestimmten Krankheitserregern zu haben. Doch bietet das auch einen Schutz vor Ansteckung?

BEHAUPTUNG: Wer keine Angst hat, ist vor Viren geschützt.

BEWERTUNG: Falsch.

FAKTEN: Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem sind zwar wissenschaftlich belegt, wie die Neuroimmunologin Silvia Capellino vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erklärt. „Das bedeutet trotzdem leider nicht, dass furchtlos zu sein gegen Viren schützt“, so Capellino.

In einer Studie des Instituts aus dem Jahr 2017 hatte sich herausgestellt, dass kurzfristiger Stress, etwa vor einer Prüfung, das Immunsystem sogar stärkt. Konstanter Stress scheint hingegen das Immunsystem zu schwächen.

Wie genau das funktioniert, versuchen Forscher des Instituts gerade herauszufinden. In beiden Fällen ist Stress aber nur einer von vielen Einflüssen auf die Immunreaktion des Körpers.