Nachhaltiger Leben

Welche Reiniger braucht man wirklich?

Das Angebot an Putzmitteln im Handel ist riesig. Gleichzeitig ist das Internet voller Ideen, wie man der Umwelt zuliebe nur mit wenigen Hausmitteln putzt. Kann das funktionieren?

Von dpa 28.10.2021, 08:52 • Aktualisiert: 28.10.2021, 04:31
Weniger Reinigungsmittel reicht oft schon aus, um Schmutz zu entfernen.
Weniger Reinigungsmittel reicht oft schon aus, um Schmutz zu entfernen. Franziska Gabbert/dpa-tmn

Berlin - Viele aggressive Putzmittel schaden der Umwelt. Und obendrein unserer Gesundheit, etwa weil sie Allergien auslösen oder die Atemwege reizen. Stattdessen reicht es, nur drei Mittel im Haushalt zu haben, mit denen man den üblichen Schmutz gut wegbekommt.

Das sind ein neutraler Allzweckreiniger (alternativ ein Handspülmittel), Scheuerpulver sowie Essigreiniger oder Zitronensäure, zählen die Verbraucherzentralen auf. Und meistens reicht schon Wasser alleine zur Grundreinigung.

Das können die drei Mittel

Alltagsschmutz auf Fußböden, Fenstern und den meisten Oberflächen lässt sich schon mit einem leicht feuchten Lappen gut entfernen. Zusätzlich kann der neutrale Allzweckreiniger helfen, etwa bei fettigem Schmutz.

Hartnäckigen Schmutz und Verkrustungen gehen Scheuerpulver oder auch einfach nur ein Kratzschwamm an, wobei man hier sichergehen sollte, dass die Oberfläche nicht verkratzt. Essigreiniger oder Zitronensäure lösen Kalkablagerungen und Urinstein.

Hausmittel als Alternative

Hilft dies alles nicht weiter, können noch einige weitere Hausmittel eine Alternative zu aggressiven Spezialreinigern sein. Doch ihre Verwendung an falscher Stelle kann nach hinten losgehen.

So kann die Säure in reinem Essig oder in Essigessenz Metall, Keramik und Dichtungsmaterialien aus Kunststoff, etwa bei der Verwendung als Weichspüler-Ersatz, angreifen und dort auf Dauer Schäden verursachen. Und die Säuren wirken auf Schleimhäute und Atemwege reizend, erläutert die Verbraucher Initiative.

Manchmal muss man auch genau unterscheiden: Backpulver ist kein Produkt fürs Putzen, anders als reines Natron. Zwar enthält das Pulver auch Natron, welches gegen fetthaltigen Schmutz wirkt, erläutert der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Allerdings findet sich im Backpulver für die Zubereitung von Speisen auch Säure und Mehl.

Vorsicht mit Backpulver

Das zugesetzte Mehl dient Schimmel als Nahrung. Zwar sieht eine mit Backpulver gereinigte verschimmelte Fuge kurzzeitig heller aus. Der Befall wird aber im Anschluss schlimmer, da sich die Schimmelpilze dann umso schneller vermehren. Die üblicherweise zugesetzte Säure (etwa Natriumhydrogenphosphat) und Base (meist Natriumhydrogencarbonat) haben einen weiteren Effekt: Bei Feuchtigkeit neutralisieren sie sich und heben daher die reinigende Wirkung von Backpulver sogar auf, erklärt der IKW.

Ebenfalls keine Wirkung haben laut Bernd Glassl vom IKW hausgemachte Reiniger aus Soda und Zitronensäure, da sich beide auch neutralisieren. „Wenn Sie bei der Mischung doch einen Reinigungseffekt feststellen, hätten Sie im Zweifel auch nur Wasser nehmen können“, sagt Glassl.