Zürich/Frankfurt/Main (dpa) - Die Schäferhündin Rapunzel darf nach ihrer kräftezehrenden Wanderung von Hessen bis in die Schweiz aus dem Tierkrankenhaus der Universität Zürich zurück nach Hause. Das Tier sei gesund genug für seine Entlassung, sagte Universitätssprecher Beat Müller am Freitag.

Rapunzel soll am Samstag abgeholt werden. "Sie kann noch nicht richtig laufen, frisst aber und ist stur wie immer - damit ist alles in Ordnung", sagte die Besitzerin Jasmin Ehret-Väth. Die ganze Familie freue sich sehr auf die Heimkehrerin.

Die Geschichte von Rapunzel klingt abenteuerlich: Das neun Jahre alte Tier aus Hösbach bei Aschaffenburg war vor rund einem halben Jahr bei einem Tierarzt nahe Frankfurt abgehauen und rund 400 Kilometer in die Schweiz gewandert. Die Besitzer suchten mit Anzeigen und im Internet nach ihrem Tier und bekamen immer wieder Hinweise.

Rettungssanitäter entdeckten die schwer verletzte und abgemagerte Hündin Mitte Februar an einer Autobahn bei Zürich. Sie brachten Rapunzel in einem Notarztwagen für Menschen in das Tierspital. Dort kämpfte Rapunzel auf der Intensivstation um ihr Leben, es ging ihr täglich besser.

Weil die Hündin einen Chip trug, wurden die Halter schnell ausfindig gemacht. "In der Geschichte steckt ein richtiges Märchen drin", sagte die Besitzerin. Am Sonntag will die Familie mit dem Hund wieder in Hösbach sein. Dann stehe die Kranke unter besonderer Pflege und Beobachtung. Denn die Familie hat noch drei weitere Schäferhunde: "Rapunzel darf dann erst mal mit in die Wohnung, damit die anderen sie nicht zu Dummheiten verleiten."