Leserbriefe

Kurz und prägnant das Thema aufgreifen

Leserbriefe dürfen sinnwahrend gekürzt werden, wenn in der Leserzuschriften-Rubrik entsprechend darauf hingewiesen wird.

Von Peter Wendt

Als in der vergangenen Woche die „Zeitungschefs“, also der Geschäftsführer der Mediengruppe Magdeburg und der Chefredakteur der Volksstimme beziehungsweise deren Vertreter, wie an jedem ersten Montag des Monats am Telefon offen für Kritik und Anregungen von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, waren, ging es mehrfach um Leserbriefe – speziell den einen natürlich, der „unglücklich gekürzt“ oder gar nicht veröffentlicht worden war, aber auch um Leserbriefe im Allgemeinen. Auch der Leserobmann bekommt regelmäßig Anfragen nach dem Verbleib oder wegen der „Bearbeitung“ der einen oder anderen Zuschrift.

Zunächst: Leserbriefe ohne Einverständnis des Verfassers zu kürzen, ist grundsätzlich nicht statthaft. Kürzungen sind jedoch möglich, „wenn die Rubrik Leserzuschriften einen regelmäßigen Hinweis enthält, dass sich die Redaktion bei Zuschriften, die für diese Rubrik bestimmt sind, das Recht der sinnwahrenden Kürzung vorbehält“, heißt es in der Richtlinie 2.6 des Pressekodex. Diese Anforderung erfüllt die Volksstimme.

Entscheidend ist dabei natürlich, dass die Kürzung tatsächlich „sinnwahrend“ vorgenommen wird. Insofern musste ich dem Leser Recht geben, der darauf verwiesen hatte, dass sein Brief „unglücklich gekürzt“ worden sei. Tatsächlich war durch die Streichung eines Teilsatzes ein falscher Bezug hergestellt worden.

Keine allzu guten Karten, was die Veröffentlichung seines Leserbriefes angeht, hat, wer eine ganze A4-Seite oder auch nur eine halbe maschinengeschrieben einsendet. Sollte der Verfasser dann auch noch angemerkt haben, dass seine Zuschrift auf keinen Fall gekürzt werden dürfe, dann geht gar nichts mehr. Denn da ist der Pressekodex rigoros: „Verbietet der Einsender ausdrücklich Änderungen oder Kürzungen, so hat sich die Redaktion, auch wenn sie sich das Recht der Kürzung vorbehalten hat, daran zu halten oder auf den Abdruck zu verzichten.“ Am besten ist es also, kurz und prägnant das jeweilige Thema aus der Zeitung aufzugreifen. Gerade bei Leserbriefen gilt: In der Kürze liegt die Würze.