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Gepäckschutz Soll ich meinen Koffer vor dem Flug abschließen?

Schloss oder Folie: Warum mancher Schutz mehr Ärger als Sicherheit bringt – und was passiert, wenn ein Koffer geöffnet werden muss.

Von dpa 13.02.2026, 00:05
Zu erkennen am roten Rauten-Symbol: TSA-Schlösser lassen sich vom Sicherheitspersonal an vielen Flughäfen gewaltfrei öffnen - falls beim Durchleuchten des Gepäcks potenzielles Gefahrgut entdeckt wurde.
Zu erkennen am roten Rauten-Symbol: TSA-Schlösser lassen sich vom Sicherheitspersonal an vielen Flughäfen gewaltfrei öffnen - falls beim Durchleuchten des Gepäcks potenzielles Gefahrgut entdeckt wurde. Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Frankfurt/Main - Viele Flugreisende sichern ihren Koffer mit einem Schloss: Als Schutz gegen Diebstahl des Inhalts, aber auch davor, dass sich der Reißverschluss nicht von allein öffnet. 

Doch was Urlauber nicht vergessen sollten: Auch Aufgabegepäck wird geprüft und durchleuchtet. Und im Zweifel muss das Sicherheitspersonal den Koffer öffnen. Zum Beispiel beim Verdacht auf gefährliche Güter im Gepäck.

An kleinen Flughäfen werden Passagiere dafür mitunter dazugeholt. Doch an großen Airports wie in Frankfurt sei das eine Dienstleistung des Airports im Auftrag der Fluggesellschaft oder der Bundespolizei, sagt Marc Poeschmann von der Betreibergesellschaft Fraport. 

Powerbanks dürfen nicht in eingecheckte Koffer

Ein klassisches Beispiel sind Powerbanks. Die Nachlade-Akkus dürfen nicht im eingecheckten Koffer transportiert werden. „Wir öffnen den Koffer, entfernen sie, legen einen Zettel als Information hinein und schließen den Koffer wieder“, erklärt Poeschmann.

Grundsätzlich müssen Koffer frei zugänglich sein. Sollte dennoch ein Schloss verwendet werden, geht das Öffnen am einfachsten, wenn die Koffer ein TSA-Schloss haben. Sie sind mit einer roten Raute gekennzeichnet und lassen sich in der Regel vom Flughafenpersonal mit einem Universalschlüssel gewaltfrei öffnen und schließen. 

Auch andere Schlösser bekommt man am Flughafen Frankfurt geöffnet – etwa mit Dietrichen. „Wir haben speziell geschulte Beschäftigte“, sagt Poeschmann. Die sorgten dafür, dass betroffenes Gepäck schnell und gleichzeitig so behutsam wie möglich geöffnet und wieder sicher verschlossen werde – „im Sinne eines sicheren Luftverkehrs“.

Koffer kaputt - was jetzt?

Doch was ist, wenn der Koffer dennoch beschädigt wird? Ob der Schaden erstattet wird, liegt in der Regel im Ermessen der Airline. Passagiere sollten kaputtes Gepäck in jedem Fall melden, indem sie einen Property Irregularity Report (PIR) ausfüllen und auf der Basis dieser Schadenanzeige versuchen, Ansprüche geltend zu machen.

Darauf, die Kosten für eine aus dem Koffer entfernte Powerbank ersetzt zu bekommen, darf man kaum hoffen: Airlines schließen die Haftung für den Verlust solcher Gegenstände im Aufgabegepäck in den Beförderungsbedingungen in der Regel aus.

Folie ums Gepäck: „Nicht angenehm“

Problematisch sind laut dem Fraport-Manager in Klarsichtfolie eingewickelte Koffer. Nicht nur, weil Koffer im Zweifel für eine Kontrolle zugänglich sein müssen – und die Folie dann erst mühsam entfernt werden muss. Auch für die Gepäckbeförderungsanlage birgt diese eingewickelten Koffer Probleme. „Sie werden dadurch runder und lagern dann nicht mehr so sicher in den Gepäckwannen, sondern können sich leicht aufschaukeln“, erklärt Poeschmann. 

„Wir haben es dann schlimmstenfalls mit einem 20 Kilo schweren Ball zu tun, der durch die Anlage schleudert. Der kann Infrastruktur und andere Gepäckstücke beschädigen. Für uns ist das keine angenehme Begleiterscheinung.“

Poeschmann dürfte es also freuen, dass die Europäische Union beschlossen hat, Dienstleistungen für das Einwickeln mit Kofferfolie an EU-Airports ab 2030 zu verbieten. Einige Flughäfen haben das sogenannte Bagwrapping schon untersagt: der Hannover Airport zum Beispiel.