Lebensgefahr

Was Bergwanderer bei einem Gewitter tun sollten

Der Himmel wird dunkler, Blitze grellen auf: Wer im Gebirge von einem Unwetter überrascht wird, dem droht Lebensgefahr. Was Bergwanderer in diesem Fall tun sollten - und was auf keinen Fall.

Von dpa
Wer wandert und in eine Schlechtwetterfront gerät, sollte sich keinesfalls in der Nähe von Waldrändern, Nischen bei frei stehenden Felsbrocken oder unter frei stehenden Bäumen aufhalten.
Wer wandert und in eine Schlechtwetterfront gerät, sollte sich keinesfalls in der Nähe von Waldrändern, Nischen bei frei stehenden Felsbrocken oder unter frei stehenden Bäumen aufhalten. Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

München - Aus kleinen Schönwetterwolken werden schnell größere Quellwolken und Wolkentürme, und der Wind bläst plötzlich kräftig: In den Bergen ist es spätestens jetzt an der Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Gewitter aufzieht, warnt der Deutsche Alpenverein (DAV). 

Die Sekunden zwischen Blitz und Donner geben Aufschluss darüber, wie weit ein Gewitterzentrum noch entfernt ist. Die Anzahl der Sekunden wird durch drei geteilt und ergibt die Kilometerdistanz. Beträgt die Zeitspanne beispielsweise zehn Sekunden, ist das Gewitter noch gut drei Kilometer entfernt. Angesichts der Blitzgefahr sollten Bergwanderer spätestens dann dringend Schutz suchen, idealerweise in einer Schutzhütte mit Blitzschutzanlage.

Alternativ bieten ein Wald oder eine Mulde auf einer freien Bergwiese Zuflucht. Felshöhlen sind eine weitere Möglichkeit, aber nur, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zur Felswand möglich ist. 

Eichen und Buchen meiden

Keinesfalls sollten Wanderer sich in der Nähe von Waldrändern, Nischen bei frei stehenden Felsbrocken oder unter frei stehenden Bäumen aufhalten. Auch ein Zelt ist kein sicherer Ort. Sämtliche Erhebungen und Kanten eines Berges sind zu meiden. Laut dem DAV ist es außerdem nicht ratsam, dem Sprichwort „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!“ zu folgen. Bäume meiden.

Leitende Materialien stellen zusätzlich eine Gefahr dar. Wasser und seilversicherte Steige sollten Wanderer meiden und metallene Gegenstände der Ausrüstung mit Abstand deponieren. 

Schutzposition einnehmen

Ist das Gewitter direkt über einem und keine Zeit mehr, um einen Schutzraum aufzusuchen, hilft nur eines: Schutzposition einnehmen. Das bedeutet, sich mit geschlossenen angezogenen Beinen auf eine isolierende Unterlage zu kauern, bis das Unwetter vorüber ist. Das kann ein trockener Rucksack oder ein Kletterseil sein.

Zu einer Notsituation kommt es im Idealfall erst gar nicht. Wanderer sollten sich schon bei der Planung ihrer Tour Gedanken machen, wo sich Schutzhütten oder Almen befinden oder ein Notabstieg möglich ist. Wer früh aufbricht, mindert außerdem das Risiko, in ein Unwetter zu geraten. Zumindest Wärmegewitter zwischen Mai und August lassen sich so meiden - die treten vorwiegend nachmittags auf.