Neues von Apple

Bunte iMacs und iPad Pro mit Superchip M1

Mit der neuen iMac-Generation zeigt Apple nach langer Zeit wieder Farbe. Die neuen All-in-One-Rechner erinnern an die allerersten iMacs. Doch wie im neuen iPad Pro steckt der neue M1-Chip drin.

Von Christoph Dernbach, dpa
Farbenfrohe Arbeitsplätze: Die neuen iMacs bieten optisch Abwechslung. Apple Inc./dpa-tmn

Cupertino

Apple hat einen komplett neu designten iMac vorgestellt. Der 24 Zoll große Rechner ist mit dem M1-Prozessor ausgerüstet, der nach seiner Vorstellung im vergangenen Jahr bereits im Macbook Air, dem Macbook und dem Mac Mini eine gute Figur abgegeben hat.

Das Metallgehäuse ist nun in mehreren Farben zu haben und erinnert an die ersten iMac-Modelle, die Steve Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple 1998 eingeführt hatte. Während die ersten iMacs noch mit einem Röhrenmonitor ausgerüstet waren, ist der neue iMac mit nur 11,5 Millimeter superflach.

Der neue M1-Chip aus eigener Entwicklung ist viel kompakter als die bislang verwendeten Intel-Prozessoren. Und dank der ARM-Technik verbraucht er auch weniger Strom. Daher kann das Gehäuse des neuen iMacs kompakter ausfallen als viele Monitore, in denen nicht mal ein Computer steckt. Statt eines voluminösen Kühlsystems beim Vorgängermodell sind lediglich zwei flache Lüfter notwendig.

LAN-Buchse im Netzteil

Damit alles in das Gehäuse passt, hat Apple das Netzteil ausgelagert. Daran befindet sich auch eine Ethernet-Buchse, mit der man den Rechner per Kabel mit einem LAN-Netzwerk verbinden kann.

Bei der Farbgebung zeigt Apple auf der Vorderseite dezente Varianten der sieben verfügbaren Farben Blau, Grün, Gelb, Rosé, Violett, Orange und Silber. Auf der Rückseite scheinen die Farben dagegen kräftig.

Die neuen iMacs kosten zwischen 1449 Euro (256 GB Speicherplatz, Achtkern-Prozessor und Siebenkern-Grafik) und 1899 Euro (512 GB Speicherplatz, Achtkern-Prozessor und Achtkern-Grafik).

Der M1-Chip, der in Testberichten übereinstimmend für seine große Rechenkraft und geringen Strombedarf gelobt wurde, zieht nun auch in das iPad Pro ein. Das größere Modell mit einem 12,9-Zoll-Bildschirm verfügt nun über ein deutlich verbessertes Display mit kontrastreicherer Darstellung. Apple setzt dabei auf 10 000 Mini-LEDs statt der sonst im oberen Marktsegment üblichen OLED-Technik, weil damit höhere Lichtwerte zu erreichen seien.

Thunderbolt und USB 4

Das Spitzenmodell verfügt auch über einen Thunderbolt- und USB-4-Anschluss, mit dem sich auch große Datenmengen, etwa umfangreiches Foto- und Videomaterial in höchster Auflösung, in wenigen Sekunden übertragen lassen. Über die Schnittstelle lassen sich auch Displays bis zu 6K-Auflösung anbinden, etwa Apples Pro Display XDR.

Beim iPad Pro und bei den neuen iMacs reagiert Apple auch auf Kritik an den bislang verbauten Selfie-Kameras, die gerade in der Pandemie für Videokonferenzen, Lernplattformen oder andere Lösungen unentbehrlich geworden sind. Die Auflösung wurde auf zwölf Megapixel erhöht. Zudem soll die Ultraweitwinkel-Kamera auf der Vorderseite nun bessere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen liefern. Mit Hilfe der Rechenpower des M1-Chips kann die Kamera bei Videocalls automatisch den Menschen im Blickwinkel folgen und den Ausschnitt anpassen.

iPad Pro ab 879 Euro

Das kleinere 11-Zoll-Modell des iPad Pro ist ab 879 Euro (128 GB) zu haben. Eine Vollausstattung mit zwei Terabyte Speicher kostet 2089 Euro. Ein 5G-Mobilfunkmodem kostet jeweils 170 Euro Aufschlag. Beim größeren 12,7-Zoll-Modell mit dem besseren Bildschirm fangen die Preise bei 1199 Euro an und steigen bis auf 2409 Euro. Der 5G-Zuschlag ist identisch.

Apple stellte bei dem Event zudem die seit langem erwarteten Airtags vor - die man an einer Handtasche, einem Schlüssel, einem Rucksack oder anderen Gegenständen befestigen kann, um sie über das iPhone oder iPad orten zu können. Das läuft über das hauseigene Ortungsnetzwerk, das an die App „Wo ist?“ angeschlossen ist. Über „Wo ist?“ konnten bisher nur Apple-Geräte wie iPhones, iPads, Macs oder Airpods-Ohrhörer lokalisiert werden.

Airtags treten gegen Tile an

Ein Airtag kostet 35 Euro - genauso viel wie das teuerste Modell der Tracker vom Konkurrenten Tile, der am Dienstag gegen den Markteinstieg von Apple protestierte. Tile warf Apple vor, seine eigenen Produkte in dem Ökosystem bevorzugt zu behandeln. Apple verwies darauf, dass man das „Wo ist?“-System für Drittanbieter geöffnet habe und auch Tile daran teilnehmen könne.

Auf eine weitere Ankündigungen dürften viele Nutzer der Apple-TV-Set-Top-Box gewartet haben, deren technische Überarbeitung überfällig war. Die Version Apple TV erhält nun eine bessere Bildqualität - aber vor allem eine neue Fernbedienung. Die alte war von vielen Anwendern kritisiert worden, da man nicht intuitiv erkennen konnte, wo vorne und wo hinten ist. Das neue Apple TV 4K kostet 199 Euro (32 GB Speicher) oder 219 Euro (64 GB). Die neue Fernbedienung ist auch separat für 65 Euro zu haben.

Die jeweilige Farbe ist an der iMac-Front dezent gehalten, leuchtet aber kräftig auf der Rückseite.
Apple Inc./dpa-tmn
Sieben Farben stehen beim neuen iMac zur Auswahl. Die Preise starten bei 1449 Euro.
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Wesentliche Neuerungen des neuen iPad Pro sind das Mini-LED-Display und der starke M1-Prozessor.
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Bessere Videocalls als beim Vorgängermodell: Das neue iPad Pro soll das durch eine neue Selfie-Cam mit zwölf Megapixeln Auflösung gewährleisten (ab 879 Euro).
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Ein Airtag kostet 35 Euro und kann an alle möglichen Gegenstände gehängt werden, die man unbedingt schnell wiederfinden möchte, falls man sie verlegt oder verloren hat.
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Die Position eines Airtags wird in der Ortungs-App „Wo ist?“ angezeigt. Bisher konnten darin nur iPhones, iPads, Macs oder Airpods lokalisiert werden.
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Die neue Apple-TV-Box (ab 199 Euro) soll nicht nur eine bessere Bildqualität liefern. Bei der neuen Fernbedienung für die Box ist auch sofort klar, wo oben ist. Das war beim Vorgängermodell noch anders.
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