Offenbach/M. (dpa) - Die Meteorologen begrüßen schon den Frühling, während Deutschland noch bibbert. Die einen freut's, andere leiden.

DICKER STRICK: Man sagt ja, es gebe kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Soll heißen: Warm anziehen. Die Mode-Läden warten mit ihren Winterkollektionen. Die meisten Menschen kaufen nämlich nach Angaben des Einzelhandelverbands (HDE) immer genau die Klamotten, die sie gerade am nötigsten haben. Da stehen derzeit sicher Handschuhe, Schals, Mützen und Strickpullover ganz hoch im Kurs - Badeshorts wohl eher weniger (außer für Eisbader).

DA TOBT DER BÄR: Anders als so manch benachbarter Zoo-Mitbewohner fühlen sich die Eisbären endlich - nun ja - pudelwohl. Im Berliner Tierpark messen sich zum Beispiel Tonja und Wolodja im Eiswasser-Wetttauchen. Aber auch Bisons, Robben, Rentiere oder Sibirische Tiger können der Kälte so einiges abgewinnen. Überwiegend Stubenhocker sind die Elefanten. Sie könnten sich Erfrierungen an den dünnen Ohren holen.

HEISSER TROPFEN: Je tiefer die Minusgrade, umso dichter drängen sich die Saunafreunde auf den Holzbänken? Mitnichten. Der Winter ist nun mal sowieso Aufgusszeit, ob nun bei plus oder minus fünf Grad. Das bestätigen etwa die Berliner Bäder Betriebe: So seien im Februar etwa gleich viele Besucher gekommen wie 2017, obwohl der Monat im vorigen Jahr im Schnitt mehr als drei Grad wärmer war. Auch das Hamburger Bäderland verzeichnet bei tieferen Temperaturen nicht gleich mehr Gäste. Gibt es sogar Schneegestöber, dann lockt nicht mal die Sauna - die Leute bleiben lieber daheim.

WARMER GELDSTROM: Wenn es draußen klirrend kalt ist, sollen die Temperaturen wenigstens im Wohnzimmer angenehm sein. Die Energieversorger machen derzeit gute Geschäfte. Wegen des Frostes in Europa hat der russische Lieferant Gazprom jüngst einen Exportrekord gemeldet. Zudem klettern durch gesteigerte Nachfrage die Preise - auch bei den Konzernen, die das Gas verteilen.

SCHLAUER BRAUER: Eine Bierbrauerei in Ulm nutzt den Winter sogar als Zeit, um Geld zu sparen. Für die Kronenbrauerei kam der Frost wie gerufen: Mit den riesigen Eiszapfen, die auf ihrem Hof wachsen, kann der Familienbetrieb seine Bierfässer bis zum Sommer kühlen - ganz natürlich und ohne viel Strom.

TÜCKISCHE MÜCKE: Manch einer hofft sicher, dass der Frost den Mücken den Garaus macht. Weit gefehlt: Die meisten einheimischen Stechmücken haben sprichwörtlich ein dickes Fell. Mit einer Art Frostschutzmittel zeigen sie dem Winter einfach die kalte Schulter - und können im Sommer unbeschadet wieder auf Blut-Tour gehen.

SCHMALHANS KÜCHENMEISTER: Gerade Wildtiere sind bei Kälteeinbrüchen gefährdet. Wegen des Frostes verbrennen zum Beispiel kleine Vögel wie Meisen in einer einzigen Nacht bis zu einem Fünftel ihres Körpergewichts - und brauchen dementsprechend mehr Nahrung. Ein gut gefülltes Vogelhäuschen kann da durchaus helfen. Und ein Glas Wasser dazu, weil die Pfützen zugefroren sind.

LAUE AUTOS: Si-si-si-si-si-si-no! Der alte Fiat-Witz hat bei Frost Hochkonjunktur. Dann macht so manche (nicht nur italienische) Autobatterie schlapp. Ein müdes Stottern, dann bleibt der Motor stumm. Kälte macht der Leistungsfähigkeit der Stromspeicher zu schaffen - die elektrochemischen Prozesse beim Anlassen laufen einfach langsamer ab.