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Frühjahr und Sommer 2026 Tüll und Tartan: Neue Trends in der Damenmode

Zarte Stoffe unterm Blazer, voluminöse Röcke, Karos und viel Spitze: Was im Frühjahr und Sommer 2026 angesagt ist - und was Modeexpertinnen dazu sagen. Ein Überblick.

Von Nadja Aumiller, dpa 24.02.2026, 00:05
Punkten immer noch: Polka Dots sind ein Dauerbrenner. Hier zu sehen bei Max & Co. (rotes Shirt und Handschuhe ca. 135 Euro, Pullover ca. 189 Euro, Tüll-Jersey-Rock ca. 169 Euro, Pumps ca. 265 Euro).
Punkten immer noch: Polka Dots sind ein Dauerbrenner. Hier zu sehen bei Max & Co. (rotes Shirt und Handschuhe ca. 135 Euro, Pullover ca. 189 Euro, Tüll-Jersey-Rock ca. 169 Euro, Pumps ca. 265 Euro). Max & Co./dpa-tmn

Berlin/Kirchheim - Kontraste und überraschende Kombinationen: Das beschreibt die Trends in der Damenmode für Frühjahr und Sommer wohl am deutlichsten. Denn es geht häufig darum, Gegensätze gekonnt miteinander zu verbinden: romantische Details etwa und klare Schnitte. 

In den aktuellen Kollektionen beispielsweise viel zu sehen: Lingerie-inspirierte Kleidung mit Spitze, Stücke aus Satin und transparente Stoffe. Spitzen-Details sieht man jetzt nicht nur häufig an Oberteilen, sondern auch an Hosen oder als Detail an Säumen. Transparente Stoffe wie Organza oder Tüll werden oft in Schichten getragen, etwa unter Blazern oder leichten Jacken. „So entstehen Outfits, die luftig wirken, ohne zu viel preiszugeben“, erklärt Stilberaterin Dunja Heß. Hinzu kommen handwerkliche Elemente wie Stickereien und strukturierte Oberflächen. 

Aber auch Denim bleibt ein fester Bestandteil der Mode. Neben klassischen Jeans tauchen komplette Denim-Looks auf. „Robuste Stoffe stehen dabei bewusst im Kontrast zu zarten Materialien und unterstreichen das Spiel mit Gegensätzen“, erklärt die Modeberaterin Jasmin Link.

College-Look mit Karomustern

Und dann sind da noch die klassisch-sportlichen Elemente wie Button-down-Blusen, gestreifte Hemden oder Poloshirts. Das Stichwort: College-Stil. „Wir sehen beim College-Look ganz deutlich Einflüsse aus den 80er-, 90er- und auch den 2010er-Jahren“, sagt Heß. 

Die Stücke wirken ihr zufolge elegant und zeitlos, lassen sich unkompliziert mit weiten Hosen oder fließenden Röcken kombinieren. Streifen, Rauten und Tartan, also Karomuster, greifen den Preppy-Style auf und erinnern teilweise an klassische Schul-Uniformen. 

Sanfte Farben und kräftiges Blau

Und was ist farblich angesagt? Da ist zum einen die Pantone-Farbe des Jahres 2026: der Weißton „Cloud Dancer“. Er bildet laut Dunja Heß eine ruhige Basis, die vielseitig kombinierbar ist - und lässt sich gut mit zarten, femininen Töne kombinieren. Zu Rosé- und Pinknuancen etwa oder zu gedämpften Apricot-Tönen. Das passt dann auch zu Spitze, Tüll und Co. 

Kräftiger wird es bei den ebenfalls im Trend liegenden Blautönen: Royal-, Eis- oder Ozeanblau. „Die Farbsättigung nimmt insgesamt zu“, so Farb- und Stilberaterin Jasmin Link. Königsblau, Orange oder Moosgrün werden jetzt gezielt eingesetzt, etwa als einzelne Statement-Stücke. Sie wirken besonders gut in Kombination mit neutralen Farben. Außerdem laut Heß jetzt in: florale Aquarellmotive auf Kleidungsstücken und große Blüten.

Übrigens: Polkadots bleiben laut Jasmin Link ebenfalls präsent und tauchen unter anderem bei Strumpfhosen auf. Und auch Animal-Prints wie Zebra, Tiger oder Schlange sind weiterhin zu sehen - jetzt häufig in weichen Braun- und Beigetönen. „Die Muster wirken dadurch erwachsener und eleganter“, so Dunja Heß. Sie lassen sich gut mit schlichten oder businesstauglichen Kleidungsstücken kombinieren. 

Runde Silhouetten bei Kleidern und Röcken

Auffällig bei Kleidern und Röcken ist der starke Einsatz von Volumen: Ballon- und Bubble-Formen mit gerafften oder gerundeten Säumen prägen die Kollektionen. „Die Silhouette ist sehr rund und weniger auf eine betonte Taille ausgerichtet“, so Stilberaterin Dunja Heß. Minikleider bleiben präsent, gleichzeitig gewinnen lange, fließende Maxi-Kleider an Bedeutung. Auch Midiröcke sind im Kommen und eignen sich besonders gut für Business-Outfits. Statement-Röcke mit auffälligen Formen oder Prints werden mit schlichten Oberteilen kombiniert.

Bei den Hosen bleiben weite, entspannte Schnitte im Trend. Besonders Low-Waist-Jeans feiern ein Comeback und knüpfen an den Stil der 90er und Nuller-Jahre an, so Jasmin Link. Ergänzt wird die Palette durch gerade geschnittene Modelle, Bootcut-Jeans mit schmalem Schlag sowie vereinzelt auch enge Skinny-Jeans.

An den Füßen wird es opulent

Bei den Schuhen gibt es einen klaren Trend zu mehr Weiblichkeit. „Die Saison kann man als Mix aus lässig und glamourös beschreiben“, so Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut. Klassische Modelle wie Ballerinas, Mary Janes - mit ihrer typischen Ristspange überm Spann - und Pumps werden neu interpretiert.

Slings mit zarten Riemchen an der Ferse, an der Ferse offene Pantoletten wie Mules und ihre robusteren Verwandten, die Sabots, erscheinen jetzt häufig spitz geschnitten. Getragen werden sie laut Schuhexpertin Schulz wieder mit Söckchen, inspiriert von mädchenhaften 80er-Jahre-Styles. 

Farblich sind an den Füßen Naturtöne, Weiß und verschiedene Blauschattierungen zu sehen. Besonders Hellblau sticht hervor, ergänzt durch Pastelltöne. Insgesamt werde alles „ein bisschen opulenter und detailreicher“, so Claudia Schulz. Zu sehen sind: Mesh, Netzstoffe, Häkeloptik, Flechtungen sowie Lack- und Metallic-Effekte an den Schuhen.

Neben femininen Modellen gewinnen aber auch Bootsschuhe an Bedeutung: Sie passen zum Preppy- und College-Look und werden von Männern wie Frauen getragen.