Debatte

Wie gehen wir am besten mit der AfD um?

Wie geht man als Medium mit der AfD um? Die Antwort auf diese Fragen spaltet.

26.06.2016, 23:01

"Warum schreibt Ihr so viel über die AfD, warum gebt Ihr denen überhaupt eine Bühne?", so die in Frageform vorgebrachte Kritik einer Reihe von Lesern. Ja, wie geht man am besten mit der AfD um? Dies beschäftigte und beschäftigt auch uns als Redakteure. Ignorieren und stigmatisieren? Ist das die geeignete Form der Auseinandersetzung?

Spätestens seit dem deutlichen Votum der Wähler Sachsen-Anhalts – jede vierte Stimme entfiel auf die AfD – ist diese Option für die Volksstimme und die übrigen Medien in Sachsen-Anhalt vom Tisch. „Ignorieren kann man die AfD nicht“, sagt auch Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Kommunikationstheorie, an der Universität Hohenheim, der die Partei seit längerem untersucht. Das widerspräche unserem demokratischen Verständnis und würde die Realität verkennen, so Brettschneider.

Und Realität in Sachsen-Anhalt ist der Einzug der Alternative für Deutschland als zweitstärkste Fraktion in den Landtag. Insofern hatten und haben wir keine andere Wahl, als über die Fraktion und ihre Mitglieder, über den AfD-Landesverband sowie die Auseinandersetzungen und Richtungskämpfe in diesem und innerhalb der Bundespartei zu berichten. Und das ist auch gut so! „Journalisten haben einen Informationsauftrag, der selbstverständlich die AfD mit einschließt. Journalisten haben aber auch die Aufgabe, Nachrichten auf ihren Informationswert hin abzuklopfen,“ betonte Frank Überall, der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes. Im Fall der AfD bedeute das aber auch: „Längst nicht jede Äußerung eines AfD-Politikers hat den Gehalt einer Seite-eins-Meldung. Weniger ist manchmal mehr.“

Das sehen wir auch so. Berichterstattung heißt, zu sagen, was ist, und sich sachlich mit der Politik der AfD zu beschäftigen, ihre Inhalte zu analysieren und einzuordnen, sich aber auch mit deren Vertretern auseinanderzusetzen, wie zum Beispiel mit der „Patriotischen Plattform“ und ihrem Verhältnis zur „Identitären Bewegung“. Dabei wähnen wir uns auf dem richtigen Weg.