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Routinen und Hilfsmittel Wie pflegende Angehörige besser schlafen

Pflegende Angehörige sind häufig rund um die Uhr gefragt. Kleine Hilfsmittel können die Nächte aber zumindest etwas erholsamer machen. Worauf Sie achten können.

Von dpa 02.02.2026, 14:38
Für einen erholsamen Schlaf sind das richtige Setting und passende Routinen wichtig - für pflegende Angehörige als auch für die pflegebedürftige Person.
Für einen erholsamen Schlaf sind das richtige Setting und passende Routinen wichtig - für pflegende Angehörige als auch für die pflegebedürftige Person. Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Baierbrunn - Wer Angehörige zu Hause pflegt, fällt zwar abends oft erschöpft ins Bett. An erholsamen Schlaf ist aber in vielen Nächten nicht zu denken. Häufig lauscht man nachts unbewusst, ob sich die zu pflegende Person regt, wird von Sorgen wachgehalten oder muss - insbesondere bei Angehörigen mit Demenz - wiederholt aufstehen, um sie etwa zur Toilette zu begleiten.

Schlafexpertin Christine Lenz rät in der Zeitschrift „Senioren Ratgeber“ (Ausgabe 02/2026) für erholsamere Nächte sowohl auf das richtige Schlafsetting als auch auf passende Routinen zu setzen - für sich selbst ebenso wie für die pflegebedürftige Person.

Babyfon, Trittmatte, Rituale

Zum einen kann es helfen, im Zimmer, in dem die pflegebedürftige Person schläft, auf möglichst schlaffördernde Bedingungen zu achten. Dazu gehören unter anderem die Raumtemperatur (zwischen 16 und 18 Grad), die passende Betthöhe (am besten höhenverstellbar) und freie Laufwege, um Stolperfallen zu vermeiden. 

Ein Babyfon oder eine Trittmatte vor dem Bett können einen Alarm auslösen und Angehörige wecken, sobald die pflegebedürftige Person aufsteht. Das kann die nächtliche Anspannung bei pflegenden Angehörigen verringern. Löst das technische Hilfsmittel ein Signal aus, können sie aufstehen, bevor es zu gefährlichen Situationen kommt.

Daneben sind für die Schlafqualität von pflegebedürftigen Menschen gleichbleibende Routinen und Rituale im Tagesverlauf wichtig. Etwa, indem man darauf achtet, die Person immer zur gleichen Zeit zu wecken und ins Bett zu begleiten. „Feste Abläufe helfen bei der Orientierung“, so Lenz.

Gedanken aufschreiben - Hilfe annehmen

Vor dem Schlafengehen setzt man am besten auf Ruhe - für sich selbst und die pflegebedürftige Person. Je nach Vorlieben etwa mit Musik, einem Bad oder einer Massage. Um das eigene Gedankenkarussell als Pflegende oder Pflegender beim Einschlafen zu stoppen, kann es hilfreich sein, zehn Minuten lang aufzuschreiben, wie der Tag verlaufen ist. Am besten ohne Bewertung, rät Lenz. Der Eintrag sollte positiv enden.

Das Zentrum für Qualität in Pflege rät pflegenden Angehörigen nicht zuletzt dazu, auch in Erwägung zu ziehen, gelegentlich außer Haus zu schlafen und die Pflegeaufgaben für die Nacht anderen zu übergeben. Dafür kommen unter Umständen Angebote der Pflegeversicherung infrage. Dazu informieren häufig die Beratungsstellen vor Ort.