Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Marathon-Rekordler Arne Gabius hofft, dass die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Zuge der Coronavirus-Pandemie verändert wird.

"Für die Olympischen Spiele - sollten sie stattfinden - könnte ich mir vorstellen, dass eine andere Qualifikationsregel geschaffen wird", sagte 38 Jahre alte Leichtathlet im Interview des Nachrichtenportals "t-online.de". "Dass sie auch Athleten laufen lassen, die in den letzten zwei Jahren Marathonzeiten von 2:13 und 2:14 Stunden gelaufen sind."

Die Qualifikationsnorm für die Sommerspiele vom 24. Juli bis 9. August in Tokio ist auf 2:11:30 Stunden festgelegt worden und muss bis zum 29. Juni erreicht werden. Nach Absage von großen Marathons wie zuletzt Hamburg oder Wien und drohenden weiteren Corona-bedingten Absagen wird es für viele Läufer schwierig, bis Ende Juni noch eine Startmöglichkeit zu bekommen. Deshalb bringt Gabius die Berücksichtigung von 2018 und 2019 gelaufenen Zeiten ins Spiel.

Denn auch dem gebürtigen Stuttgarter fehlt die Olympia-Norm noch, die er beim Wien-Marathon eigentlich schaffen wollte. "Ich habe nun schon eine lange Laufkarriere hinter mir und dadurch auch viele Erfahrungen mit unerwarteten Umständen gemacht", sagte Gabius. "Das Coronavirus entfaltet allerdings eine ganz andere Tragweite und ist mit schlechtem Wetter am Wettkampftag nicht zu vergleichen. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob und man noch Chancengleichheit - insbesondere in Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele - herstellen kann."

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