Wenn der Verein Deutsche Sprache (VDS) am kommenden Sonnabend – wie in jedem Jahr am zweiten Sonnabend im September – den „Tag der deutschen Sprache“ begeht, wird ein Thema wieder obenan auf der Agenda stehen: Deutsch ins Grundgesetz! – was der Verein seit Jahren fordert. Vor dem Petitionsausschuss des Bundestages hatte VDS-Vorsitzender Professor Walter Krämer schon 2011 einen „geradezu dramatischen Bedeutungsschwund und Ansehensverlust der deutschen Sprache“ ausgemacht – angefangen bei der EU in Brüssel bis hin zu einer schwindenden Zahl der Deutschlernenden weltweit.

Der VDS begründet seine Forderung auch damit, dass es aktuell Bestrebungen gebe, Deutsch als Gerichtssprache, als Sprache der öffentli­chen Verwaltung und der Wissenschaft an staatlichen Hochschulen abzuwerten und stückweise preiszugeben.

Der Forderung, Deutsch als Staatssprache, als ein symbolisch schützenswertes und Normen prägendes Gut in das Grundgesetz aufzunehmen, könne die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) prinzipiell zustimmen, erklärte deren Vorsitzender Professor Peter Schlobinski, sie sehe aber keine Notwendigkeit für eine solche Forderung. Deutsch sei faktisch Amts- und Schulsprache in Deutschland, so Schlobinski.

Da die Forderung in jüngster Zeit vor allem „im Zusammenhang mit Migrationssprachen, zunehmender Migration und der zu erbringenden Integrationsleistung“ gestellt werde, verweist die GfdS darauf, „dass die Kenntnis und Beherrschung des Deutschen für die gesellschaftliche Teilhabe zentral und folglich Sprachkurse für Migranten für die Integration in die deutsche Gesellschaft elementar sind. Sprachangebote einerseits und die Verpflichtung zur Teilnahme an Deutschkursen andererseits seien wichtiger als die abstrakte Forderung nach einer Verfassungsänderung, betonte der GfdS-Vorsitzende.

Grundgesetz hin, Grundgesetz her – im Grunde ist ja doch ein jeder Tag, an dem wir sprechen, schreiben, lesen, ein Tag der deutschen Sprache, oder?