Er ist gelb, 14,9 x 19,5 Zentimeter groß, wiegt 1185 Gramm und hat 1248 Seiten, der neue Duden, die 27. Auflage der deutschen Rechtschreibung. (Die 1., verfasst vom Hersfelder Gymnasialdirektor Dr. Konrad Duden, war 1880 unter dem Titel „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ vom Verlag Bibliographisches Institut in Leipzig herausgegeben worden.)

Dass der Erscheinungstag des neuen Duden mit dem Ende der diesjährigen Sommerferien in Sachsen-Anhalt am 9. August zusammenfällt, ist gewiss ein Zufall, mag vielleicht aber auch als gutes Omen für den Start ins neue Schuljahr angesehen werden. Schüler werden ebenso wie Journalisten an dem Nachschlagwerk mit seinen rund 145.000 Stichwörter nicht vorbeikommen. Darunter seien 5000 neu aufgenommene Wörter, hebt der Verlag hervor. Prägnante Beispiele des Magdeburger Wortschatzes werden wohl erneut den Einzug in den Duden verpasst haben, obwohl die „Machdeburjer Kodderschnauze“ alias Jens-Uwe Jahns und „Manni Fest“ alias Frank Hengstmann – um nur diese beiden zu nennen – mit Hingabe die Pflege der hiesigen Mundart fördern.

Geschafft hat dies aber, wie vorab bekannt wurde, das Urberliner Personalpronomen „icke“. Die Duden-Redaktion habe genug Kriterien gefunden, die eine Verwendung im Rechtschreibwerk rechtfertigten, als da wären Verbreitung, Verwendung in Zeitungen, im Fernsehen, Internet, Radio und in der Literatur, erläuterte eine Verlagsmitarbeiterin gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“. In der Tat ist „icke“ überall zwischen Kap Arkona und Zugspitze bekannt, nicht zuletzt dank Autoren wie Theodor Fontane, Erich Mühsam und Kurt Tucholsky. Im Übrigen ist „icke“ auch nicht das erste Wort aus dem Berlinerischen, das im Duden „angekommen“ ist: „Koofmich“ (für Kaufmann), „Kiez“ (für Stadtteil) und selbst „jwd“ (aus berlinisch: janz weit draußen, für abgelegen) stehen da.

Dass „icke“ fortan inflationär in Artikeln der Volksstimme auftauchen wird, ist indes nicht zu befürchten. Ohne passenden Kontext kein „icke“!