New York (dpa) - Dionne Warwick gilt als Diva. Dabei stimme das gar nicht, beschwerte sich die US-Sängerin jüngst in einem Interview mit dem britischen Telegraph. Diva ist das Wort, das ich am meisten hasse. Niemals wollte ich eine Diva sein.

Und doch hält sich der Ruf hartnäckig, schließlich präsentiert sich Warwick stets eigensinnig, stur und willensstark. Journalisten kanzelt sie bei unerwünschten Fragen gerne schroff ab und auch gegen Kollegen hat sie schon öffentlich ausgeteilt. Es gibt einfach bestimmte Dinge, die ich verlange, und die werde ich immer verlangen, sagt die Musikerin, die heute 75 Jahre alt wird. Meiner Meinung nach habe ich mir Respekt erarbeitet und will auch so behandelt werden. Ich weiß, wer und was ich bin.

Ein harter Knochen mit einer Stimme aus Gold sei Warwick, urteilte der Telegraph - aber mit ihrer kompromisslosen Art hat sich die Sängerin auch eine erfolgreiche Weltkarriere erarbeitet. Zahlreiche Grammys und andere Auszeichnungen, dutzende längst zu Klassikern gewordene Hits wie I Say a Little Prayer, I'll Never Fall in Love Again oder That's What Friends Are For und mehr als 100 Millionen verkaufte Alben haben die Sängerin mit der goldenen Stimme zu einer der bedeutendsten Musikerinnen ihrer Generation gemacht. Zudem hat sie auch noch Musikpädagogik studiert und sogar promoviert, außerdem engagiert sie sich weltweit gegen HIV und Hunger.

Geboren wurde Warwick 1940 in East Orange, einem Vorort von New York im Bundesstaat New Jersey, in eine Familie von Gospelsängern hinein. Mit ihrer Schwester, Mutter und Tante sang sie im Chor. Ihre jüngere Schwester Dee Dee wurde später ebenfalls eine bekannte Soulmusikerin.

Die 2012 im Alter von nur 48 Jahren gestorbene Sängerin Whitney Houston war eine Cousine und für Warwick wie das kleine Mädchen, das ich nie hatte. Kurz bevor Houston tot in einer Badewanne in einem Hotel in Beverly Hills gefunden wurde, ertrunken nach zu viel Alkohol und Drogen, habe sie noch mit ihr telefoniert, erzählte Warwick dem TV-Sender ABC. Sie war so aufgeregt und fröhlich. Sie hatte doch alles in der Welt, um dafür zu leben. Heute will Warwick über die Tragödie nicht mehr sprechen. Warum? Sie lebt nicht mehr, sagte sie dem Telegraph. Wir sollten uns an das erinnern, was sie bekannt gemacht hat: Musik. Das ist ihr Erbe, und nur darüber will ich sprechen.

Warwicks eigene Karriere begann noch in ihrer Schulzeit, als sie als Backgroundsängerin im Harlemer Musikclub Apollo einsprang und dem Songwriter-Duo Burt Bacharach und Hal David auffiel. Die drei schlossen sich zusammen und produzierten einen Verkaufsschlager nach dem anderen, zehn Top-40-Hits in acht Jahren. Schon das Debüt Don't Make Me Over schafft es in die Charts. Ihren ersten Grammy gewann sie 1968 für Do You Know the Way to San Jose. Es folgten weitere Hits wie I Say A Little Prayer (1966) und I'll Never Fall in Love Again (1970).

Sie tourt um die Welt und berühmte Kollegen wie die Reggae-Ikone Bob Marley und die Schauspielerin Marlene Dietrich werden zu Freunden. Sie hat mich behandelt, als ob ich ihre Tochter wäre, und ich habe sie liebevoll Mama genannt, erzählte sie einmal dem Observer. Sie war eine wundervolle Lady und sie hat mir beigebracht, was Haute Couture bedeutet - sehr zum Leidwesen meiner Steuerberater.

Warwicks Glückssträhne wurde nur 1971 unterbrochen, als sie auf den Rat einer Wahrsagerin hörte und den Buchstaben e an ihren Nachnamen hängte. Statt der versprochenen kosmischen Energie kamen die Trennung von Bacharach und die Kündigung ihrer Plattenverträge - alles in einem halben Jahr. Auch zwei Ehen mit demselben Mann, dem 1983 gestorbenen Schauspieler William David Elliott, scheiterten. Aus dieser Beziehung hat Warwick die Söhne David und Damon, die inzwischen ebenfalls im Musikbusiness arbeiten.

In den 90er Jahren lebte Warwick zeitweise in Brasilien und griff die Klänge des südamerikanischen Landes 1994 auch in dem Album Aquarelo Do Brasil auf. 1999 verabschiedete sich Warwick mit The Definite Collection, ihrer garantiert letzten Sammlung von den Fans - war aber schon wenige Monate später mit einem neuen Titel am Start: The Best of Dionne Warwick.

Noch heute tourt Warwick um die Welt - aber nicht nur aus Spaß, sondern auch des Geldes wegen. 2013 hatte die Sängerin nach jahrelangem Missmanagement Insolvenz erklären müssen. Aber sie schaue nach wie vor positiv in die Zukunft, versicherte sie ihren Fans auf ihrer Webseite. Mir geht es gut, und ich will nicht, dass ihr euch Sorgen macht. So viele Sachen in diesem Leben können manchmal nicht verhindert werden, aber ich werde mich auf positive Gedanken konzentrieren und wie mir schon so oft gesagt wurde: Auch das hier wird vorübergehen.

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
CONNELLY, Jennifer amerikanische Schauspielerin 45 12.12.1970 Catskill Mountains USA
BUSCHHEUER, Else deutsche Journalistin, Autorin und Moderatorin 50 12.12.1965 Eilenburg Deutschland
GERHARDT, Tom deutscher Komiker und Kabarettist 58 12.12.1957 Köln Deutschland