Berlin (dpa) - Sie wird in jüngster Zeit gern als Mutter besetzt. Heike Makatsch hat gerade im Fernsehfilm "9 Tage wach" die Mutter eines drogensüchtigen 14-Jährigen gespielt und wird in der Kino-Tragikomödie "Gott, du kannst ein Arsch sein!" (ab Herbst) als Mutter eines krebskranken Mädchens zu sehen sein.

Eine Frage des persönlichen Alters? Auch im richtigen Leben hat die Schauspielerin, die heute 49 wird, Kinder. Ihre Töchter kamen 2007, 2009 und 2015 zur Welt. Mit ihnen hat sie sich vor der Corona-Pandemie an den Klimaprotesten der Fridays-for-Future-Bewegung beteiligt. "Wenn auch nicht jeden Freitag... Der Klimawandel ist bei uns auch Thema am Frühstückstisch", erzählte sie 2019 in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Sie hege auch Sympathien für die Bewegung Extinction Rebellion: "Ich bin mehr als gewillt, Einbußen in Sachen Bequemlichkeit hinzunehmen – immer in der Hoffnung, dass sich Veränderungen in die richtige Richtung ergeben." Bei ihr selbst habe längst ein Umdenken eingesetzt. Sie frage sich beispielsweise: "Hä, warum muss da schon wieder eine Folie um die Gurke sein?", sagte sie vergangenes Jahr der "Berliner Zeitung". "Ich wünsche mir, dass der Druck auf die Politik so stark wird, dass sich etwas verändert."

Geboren am 13. August 1971 in Düsseldorf, studierte Heike Makatsch eine Zeitlang die Fächer Politik sowie Soziologie in ihrer Geburtsstadt und machte dann eine Lehre zur Schneiderin, bevor sie 1993 beim Musikfernsehen (Viva, Bravo TV) als Moderatorin anfing. Dadurch wurde ihr Gesicht zumindest unter jungen Leuten schnell bekannt. Dann kam der Regisseur Detlev Buck auf sie zu und besetzte sie in der Komödie "Männerpension" (1996). Ein neues Terrain und ein großer Erfolg für Makatsch: Sogleich wurde sie als beste Nachwuchsschauspielerin mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Und eine Bambi-Trophäe gab es gleich noch dazu.

Inzwischen stehen etliche weitere renommierte Preise bei der Wahl-Berlinerin im Regal. Zuletzt hat sie dieses Jahr eine österreichische Romy in der Kategorie "Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film" bekommen.

Außerdem war sie im Januar als Ehrengast beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken, wo vier ihrer Filme gezeigt wurden: "Männerpension" (1996), "Hilde" (2009), "Fremde Tochter" (2017) und "Ich war noch niemals in New York" (2019). In einem Podcast des Senders SR3 sagte Makatsch: "Ein wahnsinnig netter Empfang, tolle Menschen, interessiertes Publikum, volle Kinosäle und für mich auch eine tolle Reise in meine Vergangenheit, weil ich mir die Filme das erste Mal nach zehn beziehungsweise 20 Jahren wieder angesehen habe."

Ab und zu dreht Makatsch auch einen "Tatort". Das nächste Mal soll sie 2021 als Hauptkommissarin Ellen Berlinger im Ersten ein Verbrechen aufklären.

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