Berlin (dpa) - Die Australier sind für ihre langjährige - geradezu fanatische - Begeisterung für den Eurovision Song Contest bekannt. Inzwischen darf der fünfte Kontinent bei dem schrägen Spektakel sogar teilnehmen - und das war bisher durchaus erfolgreich.

Aber die USA? Von dort kamen bisher noch keine brauchbaren ESC-Signale. Und so ist es doch einigermaßen erstaunlich, dass der US-Streamingdienst Netflix ausgerechnet Will Ferrell beauftragt hat, eine ESC-Komödie zu schreiben.

Der US-Schauspieler ist nicht gerade für seinen feinsinnigen Humor bekannt, aber vielleicht ist eine vermutlich etwas grobkörnigere Annäherung an die Glitzer-Show, bei der es auch um Musik geht, eine durchaus angemessene Methode.

Will Ferrell, der heute 51 Jahre alt wird, gehört zu den beliebtesten Komikern in den USA. Deftig und herb, laut und überdreht: Der Schauspieler steht für schnellen, aber auch manchmal ein wenig schlichten Humor. Aber dafür bekommt man nicht nur hohe Gagen, sondern auch Ehrungen und Preise.

Seinen eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame hat er bereits. Beim Filmfestival in Deauville wurde er mit einer großen Retrospektive geehrt und den Preis für amerikanischen Humor hat er auch schon bekommen.

Schon in der Schule war er der witzige Typ mit den lockeren Sprüchen. Und das hat er zum Beruf gemacht: "Irre, dass ich mit meinen Witzen auch im Kino Erfolg habe", sagt er einmal in einem Interview mit der Programmzeitschrift "TV Movie".

Ferrell wurde in den 1990er Jahren durch die TV-Comedy-Show "Saturday Night Live" bekannt. Nach seinem Wechsel vor die Filmkameras konnte er mit derben Komödien wie "Zoolander", "Die Eisprinzen" oder "Die etwas anderen Cops" schnell in Hollywood Fuß fassen.

Eine seiner schönsten Komödien ist sicherlich "Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy" (2004). Als aufgeblasener und machohafter Fernsehansager in den 70er Jahren fürchtet er, dass seine neue Kollegin Veronica (Christina Applegate) ihm den Rang ablaufen könnte. Und diese Angst ist nicht ganz unbegründet. Jahre später sollte schließlich noch eine Fortsetzung folgen.

Aber er hat noch mehr Talente: Zwischen Will Ferrell und Chad Smith kam es in der Show von Jimmy Fallon vor einigen Jahren zu einem legendären Schlagzeug-Duell, nachdem der Komiker behauptet hatte, er sei der echte Drummer der Red Hot Chili Peppers. Ein riesiger Spaß, der später noch eine Fortsetzung erfahren sollte und bei dem die Einnahmen für einen guten Zweck bestimmt waren.

Aber Musik war immer ein Thema im Elternhaus von Will Ferrell. Sein Vater Roy Lee Ferrell Jr. war Keyboard-Spieler und Saxofonist bei den legendären Righteous Brothers.