Berlin (dpa) - Im letzten Jahr hat Jordan Peele Oscar-Geschichte geschrieben, als er für seinen Horrorfilm "Get Out" mit einer goldenen Trophäe ausgezeichnet wurde.

Als erster Schwarzer hat der US-Amerikaner den Oscar für das beste Original-Drehbuch gewonnen. Das Werk, bei dem Peele auch Regie führte, erzählt von einem jungen schwarzen Mann, der bei der rassistischen Familie seiner weißen Freundin plötzlich in Lebensgefahr gerät.

Und auch in diesem Jahr hat Jordan Peele, der heute 40 Jahre alt wird, wieder Chancen auf einen Oscar. Als einer der Mitproduzenten von Spike Lees auf einer wahren Begebenheit basierenden Film "BlacKkKlansman", in dem ein Schwarzer Polizist unerkannt Mitglied beim rassistischen Ku-Klux-Klan wird, kann er auf eine Auszeichnung in der Kategorie "Bester Film" hoffen.

Überhaupt hat sich Jordan Peele, der durch die Comedy-Serie "Key & Peele" bekannt wurde, seit seinem Erfolg mit "Get Out" - der Film spielte weltweit rund 250 Millionen Dollar ein - auch verstärkt als Produzent betätigt.

Gemeinsam mit den Amazon Studios macht sich der Filmemacher an eine zehnteilige Serie über Nazi-Jäger, die in den 1970er Jahren in New York spielt. Eine Gruppe von Rächern spürt versteckt lebende Nazis auf, die in den USA eine neue Bewegung gründen wollen. Peele beschreibt den Stoff als "kathartisch".

Bei Amazon bereits angelaufen ist die vierteilige Doku-Serie "Lorena", in der es um den Skandal eines abgetrennten Penis geht. Der Fall des amerikanischen Paares Lorena und John Bobbitt machte weltweit Schlagzeilen. Die Frau hatte den Penis ihres Ehemannes abgeschnitten. Sie erklärte die Tat mit jahrelangem sexuellen Missbrauch und wurde freigesprochen.

Dabei wird die Sensationsgier der Medien ebenso kritisch analysiert wie das Thema häusliche Gewalt und die Frage, ob sich nicht auch Justiz und Polizei schuldig gemacht haben.

Und in der geplanten HBO-Serie "Lovecraft Country" geht es wiederum um Rassissmus. Das große Kino hat Jordan Peele dennoch weiter im Blick: Schon im März soll sein zweiter Spielfilm auf die Leinwand kommen: "Us" (Wir) - wiederum ein Horrorfilm, in dessen Zentrum eine schwarze Familie steht, die sich einer lebensbedrohlichen Heimsuchung durch ihre Doppelgänger ausgesetzt sieht. Schon der Trailer lässt einen das Blut gefrieren.

Trailer zu "Us"