Querfurt (dpa) - Schleswig, Magdeburg, Chemnitz, Erfurt und natürlich Schmidts Tivoli in Hamburg - Komikerlegende Fips Asmussen tourt unermüdlich durch das Land. Heute wird er 80. Und schon einen Tag später will er wieder auf der Bühne stehen, diesmal im niedersächsischen Melle.

Wenngleich er es mit der Zahl seiner Auftritte inzwischen etwas ruhiger angehen lässt, ans Aufhören denkt der Hamburger Jung, der seit über der 20 Jahren der Liebe wegen in Querfurt (Sachsen-Anhalt) zu Hause ist, überhaupt nicht.

"Es gibt immer noch Fans, die mich hören und sehen wollen", sagt Asmussen, der sich trotz der Übersiedlung ins Sachsen-Anhaltische seinen ausgeprägten Hamburger Dialekt bewahrt hat. "Ich bin gesund, ich kann arbeiten und habe ein neues Drei-Stunden-Programm."

Besonders wohl fühlt er sich eher in der nördlicheren Gegend von Deutschland. Sein Matrosen-Outfit als Markenzeichen hat er aber nicht mehr. Jetzt ist es eine Weste und der auch im höheren Alter noch wilde Lockenkopf. Er, der sich selber als Vater der Stand-Up-Comedy sieht, will sein Publikum in seinen Shows mit einem Dauerfeuer von Gags unterhalten.

Sein Anspruch? "Es gibt Kollegen, die lachen selbst am lautesten über ihre eigenen Witz, das mache ich nicht. Und ich erzähle nicht vom Elefanten und der Maus." Er nimmt gern menschliche Schwächen aufs Korn und will aktuelle Zeitbezüge liefern.

Irgendwie scheint ihn immer noch fast jeder zu kennen. "Ich habe 7,5 Millionen Tonträger verkauft. Das ist ein Werbemittel, das für mich bis heute wertvoll ist", sagt Asmussen.

Und der 80.? So richtig gern spricht er nicht darüber. Er hat es nicht so mit Jahreszahlen und behält auch Privates lieber für sich. "Mal sehen, was wir machen. Dass ich mit meiner Frau ein Glas Sekt trinke, ist ja klar. Aber sonst nichts Großes, keine große Feier", sagt Asmussen.

Wer mit ihm spricht, bekommt den Eindruck, hier ist einer, der sich nichts mehr beweisen muss. "Ich mach das jetzt alles nur noch aus Spaß", sagt er gemächlich. In jüngeren Jahren hatte Asmussen in Hamburg eine eigene Kabarett-Bar, "Die violette Zwiebel", in der er Nacht für Nacht auftrat. Er war Dauergast bei Funk und Fernsehen, etwa in der "Haifischbar". Mit Stars wie Roy Black und Heino trat er in deutschen Clubs in den USA auf. "Viel von den Städten gesehen hab ich nicht", sagt er.

Heute ist das nichts mehr für ihn. "Ich stehe da ein bisschen drüber, ich habe so viele Fernsehsendungen gemacht", sagt er und bekennt freimütig: "Ein TV-Auftritt ist heute so schlecht bezahlt, dass ich dafür gar nicht erst losfahre. Lieber mach' ich eine gute Veranstaltung vor meinen Fans."

Ganz zur Ruhe setzen will er sich nicht. "Ich bin gesund und es ist wichtig, dass ich alles noch bewegen und alles selbst machen kann. Und der Kopf funktioniert", sagt er. Dafür lebe er gesund und trinke kaum Alkohol. "Einen Marathon kann ich aber natürlich nicht mehr laufen."

Website Fips Asmussen