Berlin (dpa) - Zuletzt war er als etwas schusseliger König von Lummerland in dem Kinderfilm "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" zu sehen. Aber er ist auch schon in einer Leoparden-Unterhose an der Seite von Heiner Lauterbach Fahrstuhl gefahren.

Oder hat für Dietls "Schtonk!" Hitlers Tagebücher gefälscht. Und er hat den Trend, dass Schauspieler ihren Kindern exotische Namen geben, maßgeblich mitgeprägt: Uwe Ochsenknecht. Am 7. Januar feiert der Schauspieler seinen 63. Geburtstag.

Für seine Rollen gibt der mit Filmpreisen dekorierte Schauspieler alles: vom Auftritt in "Das Boot", über den alten Bismarck im gleichnamigen Mehrteiler bis zum Musical "Hairspray" , in dem er sich in die mollige amerikanische Hausfrau Edna Turnblad verwandelte. Für "Die Udo Honig Story" , eine Komödie über Steuersünder Uli Hoeneß, schnitt sich Ochsenknecht die Haare ab und legte ein paar Pfunde zu. Dem Original war er fast erschreckend ähnlich, fand ein Kritiker.

Uwe Adam Ochsenknecht wurde in Biblis (Hessen) geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen in Mannheim auf. Die Kultur der amerikanischen Soldaten und der Rock 'n' Roll prägten seine Jugend. Er war einer der Jungen, die mit dem Kassettenrekorder die neuesten Hits aus dem amerikanischen Sender AFN aufnahmen. Wehe, die Mutter machte die Aufnahme durch Reinquatschen zunichte.

Als Teenager flog Ochsenknecht vom Gymnasium, machte seinen Hauptschulabschluss an der Abendschule und ging auf die Schauspielschule in Bochum. Eine prägende Zeit. Ihn ärgert es, wenn sich irgendwelche Fernsehsternchen Schauspieler nennen dürfen. Ochsenknecht legt Wert aufs Handwerk. Die größte Kunst ist, eine Leichtigkeit zu transportieren, die mühelos wirkt, sagte er einmal.

Nach den frühen Film-, Fernseh- und Theaterrollen wurde er Mitte der 80er Jahre zum Star - mit Doris Dörries Sensationserfolg "Männer". Für den deutschen Film begann eine Renaissance der Komödie. Dabei hielt Ochsenknecht das Drehbuch über eine Frau zwischen zwei Männern zunächst nicht für den großen Kracher. Die Leo-Unterhose, die er für die berühmte Paternoster-Szene tragen musste, fand er schrecklich. Aber die Rolle war sein Durchbruch.

1989 lernte Ochsenknecht seine Frau Natascha kennen, mit der er drei Kinder hat: Jimi Blue, Wilson Gonzalez und Cheyenne Savannah. Sohn Rocco stammt aus einer früheren Beziehung. Zu den Namen: Ochsenknecht sei so ein grundsätzlich hässlicher Name, den könne man nur mit solchen Vornamen wiedergutmachen, sagte Mutter Natascha einmal.

Jimi Blue und Wilson Gonzalez wurden mit den "Wilde Kerle"-Filmen früh zu Promis. Wenn deswegen von Schauspielerdynastie die Rede ist, findet das der Vater eher lustig. Der einzige Dynast sei er. Die Kinder hätten bis jetzt nur einen kleinen Ausschnitt der Schauspielerei kennengelernt, schreibt er 2013 in seiner Biografie. Darin schildert der Wahl-Berliner auch, wie er nach der Trennung von Natascha seine Freundin Kiki kennenlernte - seine bislang größte Liebe. Im Juli 2017 haben die beiden geheiratet.