Burg l „Ich möchte da auch mal rein!“ Das denkt Isabell Bernsee seit sie zehn Jahre alt ist. Monatlich flattert seitdem der Playboy ins Haus. Papa Bernsee hat nämlich ein Abo. Und ist 15 Jahre später stolz, dass seine eigene Tochter es in das Männermagazin geschafft hat. „Ich fand jetzt war genau der richtige Zeitpunkt dafür, weil ich reif genug bin und mein Körper gerade am schönsten aussieht“, erklärt die 25-Jährige.

Doch wie kommt man in den Playboy? Rückblick: Im Oktober vergangenen Jahres schickt Isabell Bernsee ihre Bewerbung nach München. Bereits eine Woche später wird sie zum Gespräch in die Playboy-Redaktion eingeladen. Fotoaufnahmen werden gemacht - von vorne, hinten, links und rechts. „Ein bisschen wie Verbrecherfotos.“ Die Burgerin lacht. „Aber die wollen halt gucken, ob man wirklich so aussieht.“ Isabells Maße werden genommen: 80-62-83. Und dann wochenlang kein Zeichen.

Als sie schon gar nicht mehr an eine Zusage glaubt, trifft während eines Urlaubs in Miami die Email ein: „Dem Chef haben die Bilder ganz toll gefallen, wann kann das Shooting stattfinden?“ Ein Traum wird wahr.

Bilder

Wenige Tage später reist Isabell Bernsee in München an. Dort hat der Playboy die Räume im Boxwerk München gemietet. Fotos zwischen Boxring, Schlagpolster und Hantelbank: Genau Isabells Ding! Seit sie sechs Jahre alt ist, trainiert das Playmate Kampfsport. Seit 1999 sogar in der eigenen Kampfkunstschule ihres Vaters. Früher war Taekwondo ihre Leidenschaft, heute ist es Kickboxen. Jeden Nachmittag stand sie als Schülerin auf der Matte, am Wochenende wurde gekämpft.

Training ist heute immer noch fünf Mal die Woche angesagt - aber eben ohne blaue Flecken. Die hätten beim Playboy-Fototermin auch doof ausgesehen.

Zurück nach München: Zwei Tage lang steht Isabell Bernsee vor der Kamera. Die Visagistin sorgt für Make-Up und Frisur. Der Profi entscheidet sich für Mittelscheitel und Locken. „Das mag ich eigentlich nicht so“, gesteht Isabell Bernsee und fährt mit ihrer Hand durch die langen glatten Haare.

Genauso wie sie es in den kurzen Shooting-Pausen in München getan hat. „Ganz unauffällig“ wurden so die Locken immer weniger. Und das Shooting immer lockerer. Isabell fühlt sich wohl. „Vor allem weil der Fotograf ein cooler Typ war, er ist das ganz locker angegangen und hat mir keine Anweisungen gegeben.“ Was zählt, weiß Isabell Bernsee bereits aus ihrer Modell-Erfahrung. Zurzeit steht sie Modell für einen Sportoutfit-Katalog.

Fanbriefe werden direkt beantwortet

Nachdem ihre Fotos im Playboy erschienen sind, landeten bereits mehr als 200 Fanbriefe in Isabells Briefkasten. Wer sich so alles über die Nacktbilder freut, darüber denkt die Sportlerin lieber erst gar nicht nach. Ihr Versprechen lautet: „Ich beantworte alle und sofort.“ Darunter sind gebastelte Collagen, der Wunsch nach Autogrammkarten - und Liebeserklärungen. Doch Isabell sucht ihre große Liebe eher auf Wettkämpfen. Ihr Partner sollte nämlich auch Kampfsportler sein. Vielleicht später sogar mit ihr gemeinsam die Kampfkunstschule ‚Fighting Spirit‘ von Papa übernehmen. Eines steht für Isabell fest: „Sport ist nicht gleich Sport. Ein Fußballer braucht mir da nicht kommen.“ Warum der Richtige noch nicht da war? Das Playmate hat eine Vermutung: „Männer haben Angst, hübsche Frauen anzusprechen.“ Dabei ist Isabell Bernsee eine treue Seele - auch wenn es um ihre Heimatstadt geht.

„Ich wollte immer weg aus Burg und unbedingt in Berlin leben.“ Das hat Isabell auch zwei Jahre lang getan. Ihr Fazit: Viel zu voll, zu dreckig und immer Stau. „Jetzt bin ich glücklich wieder in Burg zu sein und bleibe auf jeden Fall erstmal hier.“

Im Alltag ist die Burgerin Bürokauffrau. Doch was sie sich noch viel besser vorstellen könnte, ist ein Leben als Schauspielerin. Eine kleine Nebenrolle bei GZSZ hat sie schon ergattert. Fast auch eine Bettszene mit Til Schweiger.

Isabell Bernsee sollte eine von zehn Frauen sein, die in seinem neuen Film neben ihm aufwachen. Doch daraus wurde nichts. Weil Isabell in einem Interview darüber gesprochen hat. Die Produktionsfirma sagt ihr kurz vor Drehbeginn ab - obwohl es „nie eine Verschwiegenheitserklärung gegeben hat“, erklärt Isabell.

Vor ein paar Wochen noch hat sie sich darüber geärgert. Heute ist sie froh. „So wie sich Til Schweiger derzeit aufführt, mögen ihn ja viele nicht mehr.“ Der Schauspieler erntet neben Zuspruch derzeit viel Kritik im Hinblick auf sein Engagement in punkto Flüchtlingspolitik - sein Ton ist dabei rau und missbilligend.

Doch wenn jetzt die Einladung ins Dschungelcamp oder so wie für eine ihrer Playmate-Kolleginnen ins Big Brother-Haus kommen würde, sagt Isabell Bernsee vielleicht nicht nein. Dass es seine Vor- und Nachteile haben kann, wenn „einen plötzlich ganz Deutschland kennt“, ist Isabell bewusst. Die 25-Jährige würde sich bei so einer Fernsehanfrage Bedenkzeit geben.

Traum: Playmate des Jahres werden

Worüber Isabell allerdings keine zwei Minuten nachdenken würde, ist ein Fotoshooting für ein Erotik-Magazin. Das Männerheft Penthouse hat bereits angefragt. Isabell hat abgelehnt. Auch Erotikfilme seien keine Option. „Die Fotos, die der Playboy macht, sind ästhetisch. Man sieht nie zu viel.“ Total nackte Bilder sind auch gar nicht so Isabells - lieber sind ihr die Fotos, auf denen „ein kleines Accessoire“ wie Unterhemd oder Höschen dabei ist. Auch als die Fragen für das kurze Playboy-Interview zu intim werden, hält sich Isabell zurück. „Eine Lady schweigt und genießt.“ Wer nichts zu seinen Vorlieben in dem Magazin sagen will, muss nicht. Was die Sportlerin allerdings unbedingt will, ist mit ihren Aufnahmen einmal in einem der mehr als 30 Playboys anderer Länder abgedruckt - und natürlich Playmate des Jahres werden.

Das Shooting dafür steht demnächst an. „Ich muss unbedingt noch meinen Bauch besser trainieren“, spielt Isabell auf ihre selbsternannte „Problemzone“ an. Das Glück, essen zu können, was man will, ohne dabei dicker zu werden, habe eben nicht jeder. „Und leider liebe ich Schokolade.“ Mit ihrem „fraulichen Po“ ist die Burgerin allerdings vollkommen zufrieden. Und auch mit ihren Brüsten. Auf die wurde Isabell jetzt schon öfter angesprochen. Die sind übrigens echt und sollen es auch bleiben. „Hätte ich da was machen lassen, hätte ich die doch wohl groß gemacht.“

Und wer jetzt mit dem Playmate befreundet sein will, kann das im Netz unter ihrem Facebook-Auftritt ‚Playmate Isabell Bernsee‘.