Burg l Wer zündelt in einem Supermarkt, in dem sich zur Mittagszeit viele Kunden aufhalten? „Unfassbar“, sagt Annett Zeidler, die stellvertretende Verkaufsstellenleiterin gestern. „Das habe ich auch noch nicht erlebt.“ Zum Glück sei der Brand schnell bemerkt worden und niemand zu Schaden gekommen. „Das ist die Hauptsache.“

Dennoch: Die Stunden werden in Erinnerung bleiben. Es war am Sonnabend gegen 11.15 Uhr, als eine Kundin schnell zu Fleischermeister Marcel Naujoks eilt und das Feuer, das sich schnell ausbreitet, meldet. Im Gang, wo sich die Tierfutterabteilung befindet, war Heu angezündet worden, in einem anderen Gang mit Puddingprodukten brannten Tüten. Naujoks reagiert schnell und greift zum Feuerlöscher. Andere Mitarbeiter informieren die Feuerwehr.

Starker Rauch durchzieht das Gebäude, das schnell evakuiert werden muss. „Das ging ruhig ohne Panik“, versichert Annett Zeidler.

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„Der ganze Supermarkt war blau“, erklärt Burgs Wehrleiter Wolfram Stukenberg. Mit elf Mann und vier Einsatzfahrzeugen war die Wehr angerückt. Insgesamt 20 Kameraden hatten sich nach dem Alarm in der Wache eingefunden.

Die Mitarbeiter im Markt hätten „besonnen und schnell gehandelt und so den Schaden in Grenzen gehalten“, betont Stukenberg. Inwieweit der Rauch Waren beeinträchtigt hat und diese deshalb nicht mehr verkauft werden können, müsse die Marktleitung prüfen und entscheiden.

Die Polizei hatte am Sonnabend den Tatort untersucht, um der Brandursache auf die Spur zu kommen. Die Ermittler fanden ein Feuerzeug. „Wir haben zwei Brandausbruchstellen“, erklärt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. Der oder die Täter müssen sich einige Zeit im Markt aufgehalten haben. „Möglicherweise können sich Kunden an etwas im Nachhinein Merkwürdiges erinnern. Jeder Hinweis wäre für uns wichtig“, betont Kriebitzsch.

Hinweise von Zeugen nimmt die Polizei unter Telefon 03921/92 00 entgegen.

Die Folgen des Vorfalls vom Sonnabend sind dennoch immens: Nicht nur die Reinigung, sondern auch die Tatsache, dass alle offenen Lebensmittel vernichtet werden müssen.

Inzwischen ist wieder Normalität eingezogen, auch am Sonntag haben fünf Mitarbeiter für drei Stunden im Haus klar Schiff gemacht, damit Montag pünktlich um 7 Uhr die Türen wieder geöffnet werden konnten.