Burg/Möser/Möckern l Die Masche der Täter ist immer gleich. Mit Werkzeug hebeln die Diebe Fenster am hinteren Teil eines Einfamilienhauses auf. Oder sie schlagen mit einem kleinen Stein ein Loch auf Höhe des Griffes der Terrassentür ein, greifen durch und öffnen die Tür. Auf diese Weise hat es seit November im Kreis sieben Mal funktioniert. Die Täter entwendeten Schmuck, Bargeld und hochwertige Kleinstelektronik im Wert von mehreren tausend Euro. Die aktuellsten Fälle kommen aus Burg, Möser und Möckern.

Gleich zu drei Einbrüchen an einem Tag wurde die Polizei am vergangenen Sonnabend in Burg gerufen. Im Sanddornweg versuchten die Täter, ein Loch in die Scheibe zu schlagen. Dieser Versuch schlug allerdings fehl und sie ließen von ihrem Vorhaben ab. Am Holunderweg gelang es den Dieben, über die Terrassentür ins Haus zu gelangen. Gestohlen wurde allerdings nichts. „Möglicherweise wurden die Täter gestört“, sagt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. In der Tschaikowskistraße waren die Täter allerdings erfolgreich. Schränke und Schubläden wurden durchwühlt. Mehrere Schmuckgegenstände entwendet. In Möser nutzten Diebe am Mittwoch zwischen 17 und 18 Uhr die Abwesenheit der Eigentümer des Einfamilienhauses in der Rudolf-Breitscheid-Straße, um Schmuck und Münzen mitgehen zu lassen. Bargeld und Schmuck waren auch das Ziel in Möckern. Hier wurde auch am zurückliegenden Wochenende in einem Haus Im Winkel eingebrochen. Ende November wurde bereits in zwei Häuser in Möser und in einem Objekt in Schartau eingebrochen.

Einen Zusammenhang zwischen den Taten will die Polizei im Moment noch nicht herstellen, da noch Hinweise fehlen. „Es wäre spekulativ, aber die Vorgehensweise und das Diebesgut lassen auf organisierte Tätergruppen schließen“, sagt Kriebitzsch. Noch spricht die Polizei allerdings von überschaubaren Zahlen. Seit November wurde in sieben Einfamilienhäuser eingebrochen. Nicht zu vergleichen mit dem Vorjahr. Dort wurde zwischen November 2014 und Mitte 2015 insgesamt 45 Mal eingebrochen und ein Schaden von über 100 000 Euro verursacht. Die Täter wurden gefasst. Bei dieser Einbruchsserie konzentrierten sich die Täter auf Orte entlang der Autobahn 2, wie beispielsweise Detershagen, Lostau, Möser und Biederitz. „Wir haben in diesem Bereich mit der Unterstützung unserer Magdeburger Kollegen die Präsenz verstärkt. Hier sind mittlerweile mehr Funkstreifenwagen im Einsatz“, sagt Kriebitzsch.

Noch kein Schwerpunkt im Landkreis

Momentan jedoch sind die Einbrüche im Landkreis verteilt. „Ein klarer Schwerpunkt ist noch nicht zu erkennen“, betont der Polizeisprecher. Dennoch spreche die Vorgehensweise für durchziehende Täter, die mit dem Auto an den Rand eines Wohngebietes fahren, den Einbruch durchziehen und schnell über Bundesstraße oder Autobahn wieder verschwinden. Dennoch spricht Kriebitzsch von einer geringen Anzahl an Einbrüchen bislang. „Vielleicht hallen die Festnahmen Anfang des Jahres noch nach, vielleicht liegt es auch an der größeren Präsenz, aber natürlich kann es auch Zufall sein“, sagt der Polizeisprecher.

Hinweise zu den aktuellen Fällen in Burg, Möser und Möckern gibt es leider noch keine. „Wir bekommen immer mal Anrufe von Bürger, die uns Auffälliges melden, aber etwas Weiterführendes war jetzt noch nicht dabei“, so Kriebitzsch. Dennoch: „Diese Sensibilität der Bürger muss definitiv bleiben, denn nur so kann es gelingen, dass wir Täter auch auf frischer Tat ertappen.“