Burg (dpa) l Badesee statt Blumenbeet: Weil der Sommer zu heiß war, haben weitaus weniger Menschen die 4 Landesgartenschau Sachsen-Anhalt in Burg bei Magdeburg besucht, als von den Organisatoren erhofft. Wegen extremer Hitze an mehr als 100 von 170 Veranstaltungstagen seien nur 300.000 statt der kalkulierten 450.000 Besucher gekommen, sagte Erhard Skupch, Geschäftsführer der Landesgartenschau Burg GmbH am Samstag, dem vorletzten Tag der Blumen- und Stadtschau. Sie war am 21. April eröffnet worden. Am 7. Oktober 2018 schließen die Tore.

"Die große Herausforderung war das überschöne Wetter", sagt Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Es sei eben so, dass sich niemand bei fast 40 Grad eine Gartenschau ansehe. "Das bedeutet natürlich Einbußen", sagte das Stadtoberhaupt.

Burg muss Geld nachzahlen

Das deutliche Besucherdefizit habe Auswirkungen auf den Finanzplan. Die Stadt habe Geld nachzahlen müssen, um die Zahlungsfähigkeit der GmbH aufrecht zu erhalten, sagte Rehbaum. "Wir haben die GmbH mit 2,3 Millionen Euro ausgestattet und etwa eine Million Euro nachgeschossen", sagte Rehbaum. "Man geht in der Regel nicht davon aus, dass eine Gartenschau Gewinn abwirft." Eine konkrete Bilanz werde später gezogen, hieß es.

Vielmehr sei eine solche Schau eine Investition in die Zukunft. Er betonte, wie wichtig der Gartenschausommer für seine Stadt gewesen sei – und weiter sein wird. "Ich schaue auf die Aufenthaltsqualität, den Bekanntheitsgrad und die ganze Infrastrktur und muss sagen, dass wir einen Sprung nach vorn gemacht haben." Die insgesamt getätigten Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro wären sonst niemals möglich gewesen, so Rehbaum. 

Trockenheit forderte Laga-Gärtner

Der ausbleibende Regen hätte auch die Gärtner mehr gefordert als gedacht. Jeden Tag haben Skupch zufolge etwa 100 Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Knapp 1300 Veranstaltungen seien unterm Strich realisiert worden, die 20 Gästeführer hätten gut 450 Führungen absolviert. Der Konzerttag des Sängers Max Giesinger sei mit 7259 Gästen der besucherreichste gewesen, am 24. September waren mit 347 die wenigsten Gäste auf dem 17 Hektar großen Gelände unterwegs.  

Aktuell werde am Nachnutzungskonzept gearbeitet. So habe der Stadtrat bereits mit großer Mehrheit beschlossen, dass die GmbH bis 31. Mai 2019 weiterarbeiten soll, hieß es. Fünf Mitarbeiter sollen sich beispielsweise um den Rückbau einiger Anlagenteile und den Weiterbetrieb der Touristinformation kümmern. Dafür gebe es ein Budget von gut einer Million Euro. Danach soll der Betrieb über eine möglichst kommunale Organisationsform fortgesetzt werden, die noch genau definiert werden müsse. Am 5. Dezember soll die Landesgartenschau erneut Thema im Stadtrat sein.

Die Landesgartenschau in der "Stadt der Türme" stand unter dem Motto "... von Gärten umarmt". Burg hatte sich 2011 für die Schau beworben und 2012 den Zuschlag erhalten. 2022 steht die fünfte Landesgartenschau in Bad Dürrenberg an.

Mehr Infos rund um die Landesgartenschau in Burg gibt es in einem Dossier.