Vor der Grasmahd

Agrarhof Burg rettet Rehkitze mit Drohnen vor dem sicheren Mähtod

Rehkitze werden jetzt oft in Wiesen abgelegt. Um die Tiere vor dem Mähtod zu retten, werden Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt. Der Agrarhof Burg kooperiert dabei beispielsweise mit Jagdpächtern.

Jagdpächter Hilmar Böhme mit einem  gefundenen Kitz.
Jagdpächter Hilmar Böhme mit einem gefundenen Kitz. Foto: Hartmut Meyer

Von Mario Kraus - Burg/Schermen

Nach kräftigen Regenfällen sind die Wiesen in den vergangenen Wochen ordentlich gewachsen. Mit dem Vorteil, dass sie den kleinen Rehkitzen, die jetzt gesetzt wurden, ausreichend Schutz bieten. Die Kleinen sind unter den Halmen für Feinde nur schwer zu finden und geben selbst kaum Geruch ab. Allerdings steht in diesen Tagen vielerorts die erste Mahd des Jahres bevor – und damit eine kritische Zeit für die Bambis. Zwar erscheint der Mutter das hohe Gras sicher, um ihr Junges zu verstecken. Sie kommt nur gelegentlich zum Säugen vorbei, um keine Duftspur zum Nachwuchs zu legen. Doch gegen die scharfen Mähwerke der Maschinen nützt diese Taktik leider nichts.

Viele Jäger und landwirtschaftliche Unternehmen setzen dabei auf Drohnen, deren Auswahl in den vergangenen Jahren enorm zugenommen hat. Wie beispielsweise die Pächter des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Schermen und die Agrarhof GmbH Burg. Geschäftsführer Frank Borsch organisierte jetzt gemeinsam mit dem Feldbauverantwortlichen Christian Voigt und Jagdpächter Hartmut Meyer einen Tag vor der Grasmahd eine besondere Rettungsaktion aus der Luft. „Wir sind froh und dankbar, dass der Agrarhof in eine besonders leistungsfähige Drohne mit hochauflösender Wärmebildkamera investiert hat“, sagt Meyer. Die Flächenleistung beträgt zwischen 20 und 30 Hektar pro Stunde. Und so hat sich der Erfolg schnell eingestellt. Binnen weniger Stunden an einem Vormittag konnte Mitpächter Hilmar Böhme in einem Schlag immerhin sechs Rehkitze retten. Die Kleinen werden dann mit Handschuhen und Grasbüscheln ummantelt an einem sicheren Ort am Rande der Wiese abgelegt, denn das Kitz darf nur nicht nach Mensch riechen. Es würde sonst nicht mehr von der Ricke angenommen werden.

Ricke hält Kontakt zu den Jungen

Wenn das Muttertier dann später zum Säugen vorbeikommt, ist es zunächst schockiert, weil die Wiese plötzlich „kahl“ ist und verunsichert, ob dem Kitz etwas passiert ist. Deshalb fiept sie dann, um Kontakt zu ihrem Jungen aufzunehmen. Das Kitz antwortet mit seinem hohen, leisen Fiep – und beide finden in der Regel nach kurzer Zeit wieder zusammen.

Für Hartmut Meyer zeige die enge Kooperation zwischen Jagd und Landwirtschaft, „wie effektiv Tierschutz gemeinsam umgesetzt werden kann“.

Der Agrarhof bietet diese Dienstleistung deshalb für Landwirte und Jäger auf Anfrage an und unterbreitet entsprechende Angebote.