Abriss

Alte Stadtmauer bleibt erhalten

Von der ehemaligen Gerberei und Lederfabrik in Burg ist nicht mehr viel übrig. Ein Abschnitt der Stadtmauer bleibt aber erhalten.

Von Steffen Reichel 10.02.2016, 10:00

Burg l Das Mauerstück zwischen Ihle und Franzosenstraße war einst bei der Errichtung oder Erweiterung des Industriegebäudes überbaut worden. Die Abrissbagger haben die massive Mauer, die zwei Durchbrüche hat, jetzt freigelegt. „Die etwa 2,50 Meter hohe und etwa 25 Meter lange Mauer wird natürlich erhalten“, sagt Peter May, zuständiger Mitarbeiter der Burger Stadtverwaltung, die Fördermittel für den Abriss zur Verfügung gestellt hat.

Der oberirdische Abbruch der Industrieruine ist inzwischen fast geschafft. Doch damit ist es nicht getan, so Peter May weiter. Auch die unterirdischen Anlagen müssen raus. May: „Wir wissen nicht, was außer der ehemaligen Wasserwerkstatt mit ihren mit Schutt gefüllten Gruben noch alles unter der Erde zu finden ist: Gründungspfähle, Rohre usw.“ Und dabei müsse ständig auf eventuelle Schadstoffe untersucht werden, die die frühere Nutzung des Geländes möglicherweise hinterlassen haben könnte. „Der Arbeitsschutz wird bei dieser Maßnahme besonders groß geschrieben“, so May weiter.

Außer Bauschutt fallen beim Abriss der Industriebrache jede Menge Teerpappe, verfaulte Balken oder Eisenschrott an. „Das wird sortiert, gelagert und dann fachgerecht entsorgt“, erklärt Peter May. Nicht auf den Schrott kommen allerdings drei genietete Fachwerkträger, 8,40 Meter lang und 80 Zentimeter hoch. Sie haben, so May, zur sehr interessanten Konstruktion des Gebäudes aus Eisenträgern und Ziegelmauerwerk gehört und sollen aufgearbeitet, später in der Stadtlage als Gestaltungselemente eingesetzt werden und so an die Burger Industriegeschichte erinnern.

Vom Abriss der alten Gerberei und Lederfabrik mitten in der Stadt sind natürlich die Anwohner direkt betroffen: zeitweilige Sperrungen der Franzosenstraße, Staub, Lärm. Extrem betroffen ist Nachbar Michael Stephan, dessen Haus nur wenige Meter vom Abrissgrundstück entfernt steht. „Natürlich bringt eine solche Abrissmaßnahme Belastungen mit sich“, so der Steuerberater. Für ihn sei es aber entscheidend, dass mit der Industrieruine eine potenzielle Gefahrenquelle verschwindet. „Da muss man sich eben arrangieren“, so Stephan weiter. Zu den Mitarbeitern der Abrissfirma hat Michael Stephan einen guten Draht gefunden. „Bisher gab es keine größeren Probleme, und ich hoffe, dass das so bleibt“, so der Anwohner.

Nach dem 200 000 Euro teuren Abriss will die in einem Nachbarhaus wohnende Eigentümerfamilie das Grundstück mit Blick auf das Laga-Areal Weinberg neu bebauen.