Beruf mit Zukunft

Angehende Erzieher fit für die Praxis

33 angehende Erzieher erhielten in den Berufsbilden Schulen „Conrad Tack“ in Burg ihre Zeugnisse über den Abschluss des theoretischen Teils der Sozialpädagogik-Fachschulausbildung.

Von Lara Kutsch

Burg - Motiviert für alles, was kommt und mit einem stolzen Grinsen im Gesicht hielten am Dienstag 29 angehende Erzieherinnen und vier angehende Erzieher der Burger Berufsbildenden Schulen „Conrad Tack“ ihr Zeugnis über den theoretischen Teil der Sozialpädagogik-Fachschulausbildung in den Händen. Die Durchschnittsnote lag, wie im vergangenen Jahrgang, bei 2,6. Nach zwei Jahren Theorieunterricht mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen folgt nun im dritten und letzten Jahr der praktische Teil in selbst gewählten Einrichtungen.

Abschlussrede von Schulleiter Dr. Marco Dominé

In seiner Abschlussrede lobte Schulleiter Marco Dominé die Absolventen der Abschlussklasse 19 a und b: „Ihr seid die heimlichen Helden unserer Gesellschaft, denn frühe Bildung ist wichtig und prägend für zukünftige Generationen.“ Dass die Aufgabe der Erzieher schön, aber auch besonders fordernd und von unschätzbarem Wert sei, könne er als Vater einer Tochter bestätigen.

Aber warum lohnt es sich trotz der ganzen Belastung und den großen Kindergruppen heute noch den Beruf des Erziehers zu ergreifen? „Erzieher ist nicht nur ein tägliches Abenteuer, sondern ein Beruf mit Perspektive. Kinderbetreuung bietet viele Möglichkeiten und ist auch in Zukunft hoch nachgefragt“, sagt Schulleiter Marco Dominé.

Gute Jobchancen: In Sachsen-Anhalt fehlen Erzieher

Tatsächlich stehen die Jobchancen gerade außerordentlich gut: Aktuell fehlen 2100 Fachkräfte in Sachsen-Anhalts Kitas. Das ergab eine Befragung im Auftrag der Gewerkschaft Ver.di. Durchschnittlich fehlen in jeder Einrichtung im Land drei bis vier Erzieher. Rund die Hälfte der Befragten gab an, während der Arbeit für mehr als 17 Kinder verantwortlich zu sein.

Der Bedarf sei da, sagt auch Susanne Röver, stellvertretende Schulleiterin. „Besonders Männer scheuen sich noch oft vor dem frauendominierten Beruf. Aber dieses Jahr sind wir mit unseren vier Jungs schon gut vertreten und generell bilden wir auch immer zweizügig aus“, erzählt sie.

Spannender Ausbildungsweg

Dass die erzieherische Ausbildung nicht nur anstrengend ist, sondern auch besonders viel Spaß macht, bewiesen die Schüler und Schülerinnen aus dem 1. Ausbildungsjahr auf der Abschlussfeier mit selbstgedrehten Videos, in denen sie die Vielfalt des Ausbildungsweges und unterschiedliche Erziehertypen humorvoll vorstellen.

Auch die Abschlussklassen 19 a und b betonten in ihren Abschlussreden, dass die Ausbildung viel Spaß gemacht habe. Die Schüler und Schülerinnen bedankten sich bei ihren Lehrkräften und besonders bei den zwei Klassenlehrerinnen Frau Wilkes und Frau Böhme. Natürlich seien das Chaos und mitunter Langeweile durch die Pandemie besonders in Erinnerung geblieben, aber auch eine Fahrt zum Theaterstück „Ronja Räubertochter“ oder die legendäre Kuchenchallenge unter den Klassenkameraden. „Wenn wir all unsere witzigen Anekdoten aufzählen würden, würde keiner denken, dass wir angehende Erzieher sind“, verkündete einer der Absolventen.

Bestnoten für den theoretischen Teil

Mit den besten Noten (unter 2,0) schlossen Amelie Romba, Lucille Leps und Julie Möhring den Theorieteil der Sozialpädagogik-Fachschule ab. Eine besonders schöne Überraschung war zum Ende des Programms auch das Austeilen der „Briefe an sich selbst“, in denen die Schüler zu Ausbildungsbeginn ihre Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft verfasst hatten. Die Klassenlehrerinnen hatten die Briefe zwei Jahre lang aufbewahrt.

Nach dem offiziellen Teil wurde zum Abschied Nenas „99 Luftballons“ laut aufgedreht, und jeder Absolvent erhielt neben dem Zeugnis noch einen bunten Ballon. Gemeinsam ließen die angehenden Erzieher und Erzieherinnen die Luftballons auf dem Innenhof in Richtung Himmel fliegen. Ein Symbol für den Start in einen neuen und spannenden Lebensabschnitt.

Nach der Zeugnisübergabe wurde ein letztes Klassenfoto geschossen. Wie Wege der Fachschüler trennen sich jetzt.
Nach der Zeugnisübergabe wurde ein letztes Klassenfoto geschossen. Wie Wege der Fachschüler trennen sich jetzt.
Fotos (2): L. Kutsch