Burg/Genthin l Daniela Quenstedt ist Feuerwehrfrau durch und durch. „Ich sage immer, dass ich ein ‚Helfersyndrom‘ habe. Mir ist es wichtig, Menschen zu helfen.“ Deshalb habe sie sich vor knapp zehn Jahren für die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr entschieden. Mittlerweile ist sie Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Jerichower Land und hat sogar ihren Ehemann über die freiwillige Arbeit bei der Feuerwehr kennengelernt.

Die Burgerin weiß ganz genau, wie brenzlig derzeit die Situation der Feuerwehren im Landkreis ist. Die Helfer brauchen Hilfe – der Nachwuchs fehlt. „Wenn die Alters- und Ehrenabteilung größer ist, als die Zahl der Aktiven, die wirklich zum Löschen kommen, wenn die Sirene heult, dann ist das ein Problem“, betont Quenstedt. Zwar gibt es insgesamt rund 734 Kinder und Jugendliche, die sich bei der Feuerwehr engagieren in 60 Jugendfeuerwehren und 17 Kinderfeuerwehren. Aber die Tendenz sinkt.

„Deshalb wollen wir mehr Geld in die Nachwuchsförderung investieren“, erklärt Quenstedt. Um weiterhin viele Kinder und Jugendliche für die Arbeit als Feuerwehrmann oder -frau begeistern zu können, soll das bisherige Fördergeld um 10 000 Euro erhöht werden.

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Finanzielle Lage der Wehren ist angespannt

Neben fehlendem Nachwuchs ist auch die finanzielle Lage der Wehren angespannt. Um etwas Geld in die brennende Kasse zu spülen, verzichte der Vorstand auf seine Aufwandsentschädigungen.

Ein Zustand, der nicht tragbar ist, findet auch Kay Gericke (SPD). „Ich habe mich mit Frau Quenstedt beim Jubiläum der Feuerwehr in Königsborn über die finanziellen Sorgen der Wehren unterhalten und das Vorhaben meiner Fraktion vorgetragen“, so der Biederitzer Bürgermeister. Und die steht hinter dem Anliegen: Der Antrag der SPD-Fraktion auf eine Erhöhung der Fördermittel steht am kommenden Mittwoch im Kreisausschuss auf der Tagesordnung.

Kay Gericke hofft auf die Unterstützung der anderen Ausschussmitglieder. „Wir haben als Kommunen den Brandschutz zu gewährleisten, deshalb müssen wir uns zwingend um den Nachwuchs kümmern“, so der 44-Jährige.

Fördermittel für den Nachwuchs

Und wie? Mit Feuer, Rauch und ganz viel Action: Die beantragten Fördermittel von 10 000 Euro sollen unter anderem in die Brandschutzerziehung an Schulen und Kitas fließen. Dafür möchte Daniela Quenstedt neben weiteren Posten ein Brandschutzmobil anschaffen.

„Das ist im Prinzip ein großer Hänger, auf dem Szenarien wie ein Fettbrand simuliert werden“, so Quenstedt. Diesen Brand können die Kinder dann unter Aufsicht mit kleinen Feuerlöschern löschen. „Sowas macht den Kleinen richtig Spaß, wenn es knallt, raucht, brennt“, weiß die Feuerwehrfrau.

Teamarbeit fördern

Ein weiterer Wunsch ist die Anschaffung eines Baumbiegesimulators – für 18 000 Euro. Dafür würde die Förderung zwar nicht reichen, jedoch könne dadurch das Geld auf lange Sicht angespart werden. Auch Starter-Sets mit Malbüchern zum Jerichower Land und T-Shirts stehen auf der Nachwuchs-Wunschliste.

Durch Aktionen wie diese wachse nicht nur die Begeisterung für die Feuerwehr, wie Daniela Quenstedt erklärt: „Die Kinder erlernen neben den nötigen Grundlagen auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kameradschaft und die Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen.“ Nicht nur, wenn‘s brennt.